Donnerstag, 9. März 2006

Portugal öffnet Arbeitsmarkt für neue EU- Länder: Beschränkungen fallen per 1. Mai

  • "Schritt ist für uns und für ganz Europa gut"
  • Frankreich: Laut Premier Villepin schrittweise Öffnung

Portugal wird am 1. Mai 2006 seinen Arbeitsmarkt für Bürgern aus den neuen EU-Ländern völlig öffnen. Dies hat der portugiesische Außenminister Diogo Freitas do Amaral nach einem Treffen mit seinem tschechischen Amtskollegen Cyril Svoboda am Montag in Prag bestätigt.

Dies sei ein Schritt, der "nicht nur für euch (Tschechien), sondern auch für uns und für ganz Europa gut ist", betonte Freitas do Amaral. Die tschechischen Arbeitskräfte seien in Portugal "willkommen", weil es sich um gut ausgebildete und professionelle Leute handle, so der portugiesische Diplomatie-Chef.

Svoboda begrüßte die Entscheidung und betonte, Portugal sei ein "tapferes und großzügiges Land". Es sei eine "außerordentlich gute Entscheidung". "Wir hoffen, dass dem weitere Länder (der ehemaligen EU-15) folgen werden", so der tschechische Minister. Dies entspreche eindeutig der Position der EU-Kommission, die klar gesagt habe, dass die Freizügigkeit für alle von Nutzen sei und niemandem schade.

Frankreich wird seinen Arbeitsmarkt nach und nach öffnen, wie der französische Premierminister Dominique de Villepin am Montag in Paris ankündigte. "Die Aufhebung der Beschränkungen wird vor allem jene Berufe betreffen, die unter Rekrutierungsschwierigkeiten leiden", betonte de Villepin und präzisierte, dass die Modalitäten der Öffnung mit den Sozialpartnern ausgehandelt werden sollen.

Portugal folgt mit seiner Öffnung Großbritannien, Irland und Schweden, die von der Übergangsregelung, den Zugang der Arbeitswilligen aus den neuen EU-Staaten vorübergehend zu beschränken, nicht Gebrauch machten. Letzte Woche hatten auch Spanien und Finnland die Öffung die Öffnung ihrer Arbeitsmärke angekündigt. Im Gegensatz dazu plant Österreich, die Übergangsfrist bis 2011 zu verlängern.

(apa/red)

9.3.2006 17:59