Gute Stimmung in Österreichs Wirtschaft: Firmen und Private wollen mehr investieren
- Zunahme der Handelsumsätze stützt Konjunktur
- Immer mehr Teilzeitjobs in Handel und Tourismus
Die Stimmung der österreichischen Wirtschaft und der Verbraucher hat sich nach Angaben der Wirtschaftsforscher in den letzten Monaten weiter erholt. Die niedrige Inflation trage zur Stärkung der Kaufkraft bei, von Unternehmensseite her gebe es klare Signale für mehr Investitionstätigkeit. Auch die Ausgaben der Privaten seien wieder im Steigen betriffen. Das stützt die Konjunktur.
Mit der Konjunkturerholung zieht die Beschäftigung - vor allem bei Teilzeitjobs - kräftig an. Zusätzlicher Effekt für den Arbeitsmarkt: Der Anstieg bei den Arbeitslosenzahlen habe sich verlangsamt, resümiert das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo).
Im Jänner 2006 hat sich der Einzelhandel vorläufigen Schätzungen zufolge lebhaft entwickelt, die Schwäche des Pkw-Handels hat jedoch das Gesamtergebnis gedrückt.
Der private Konsum sollte sich heuer aber weiter beschleunigen, heißt es im aktuellen Wifo-Monatsbericht. Die realen Einzelhandelsumsätze lagen im 4. Quartal 2005 um 2 Prozent über Vorjahr. Die Exporte wiesen im 4. Quartal hingegen nur mäßige Zuwächse gegenüber dem Vergleichszeitraum 2004 auf. Bei den Unternehmen herrscht hingegen eine positive Einschätzung für Auslandsaufträge zu Jahresbeginn vor. Positiv ist nach Angaben des Wifo auch, dass im Bereich der Sachgütererzeugung von Unternehmensseite um 7,7 Prozent mehr Investitionen anberaumt sind als 2005.
Die positive Beurteilung der Auslandsbestellungen hängt mit der Belebung der Konjunktur im Euro-Raum zusammen. Vor allem in Deutschland hat sich die Stimmung spürbar verbessert. Zwar sei diese Verbesserung hauptsächlich von der Exportsteigerung getragen, so das Wifo, aber es gebe Zeichen dafür, dass auch bei den Nachbarn die Investitionstätigkeit wieder zunimmt.
In Österreich zeigen die Industrieumfragen seit Monaten aufwärts. Die Bauunternehmen bezeichneten ihre Geschäftslage bisher als besonders gut. Allerdings: der schneereiche Winter hat die Stimmung in den letzten Monaten jedoch merklich verschlechtert.
Die Konjunkturerholung und vor allem die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes hatten einen hohen Anstieg der Beschäftigung zur Folge. Im Februar nahm die Zahl der aktiv Beschäftigten gegenüber dem Vorjahr um fast 39.000 zu. Große Zuwächse verzeichneten Branchen mit einem hohen Anteil an Teilzeitkräften wie der Handel, Tourismus und Gesundheitswesen. Rund die Hälfte der Beschäftigungszunahme ging auf unternehmensnahe Dienstleistungen wie technische Dienste, bei Unternehmens- und Steuerberatern, Reinigungsdiensten und Leiharbeiterfirmen.
Über eine Zunahme der Vollzeitbeschäftigung lässt sich laut Wifo derzeit noch keine Aussage tätigen. In der Sachgüterproduktion ist der Stellenabbau durch die Konjunkturerholung deutlich zurückgegangen. Hingegen hält der Beschäftigungsrückgang im Verkehr und im öffentlichen Dienst weiter an. (apa/red)

