Vor WM-Auftakt in Bahrain Schumacher und Alonso einig: Renault wieder Favorit
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Rekord-Weltmeister Michael Schumacher und sein Nachfolger Fernando Alonso sind sich einig: Renault ist in dieser am Wochenende beginnenden Formel-1-Saison der große Favorit. "Renault sieht momentan am stärksten aus, gefolgt von drei Teams: Honda, Mercedes und Ferrari", teilte Ferrari-Pilot Schumacher mit. Auch für Champion Alonso steht sein Rennstall im Titelrennen auf der Pole-Position. "Renault ist das Team, das es zu schlagen gilt", sagte der Spanier. "Ich weiß, dass wir mit dem R26 einen konkurrenzfähigen Rennwagen haben, so dass es mein einziges Ziel ist, den Titelgewinn zu wiederholen."
Den ersten echten Aufschluss über das diesjährige Kräfteverhältnis in der Königsklasse gibt der Große Preis von Bahrain. Da die Franzosen bei den Testfahrten meist die Nase vorne hatten, spricht vieles dafür, dass Alonso und sein italienischer Teamkollege Giancarlo Fisichella auch beim Saisonstart in Sakhir die Schnellsten sind. Schon im Vorjahr hat der Asturier auf der 5,412 Kilometer langen Wüstenstrecke triumphiert. "Wir sind für das erste Rennen bereit und versuchen, so viele Punkte wie möglich zu holen" sagte Alonso. "Aber das ist ein einzigartiger Kurs, weil viel Sand auf die Streckenoberfläche geblasen wird. Man weiß vor einer Kurve nie, wie die Bedingungen sind. Das macht das Fahren sehr komplex. Beim Auftakt wird es einige Unbekannte geben."
Schumacher hat im Februar viel in Bahrain getestet, so dass er sich auf die dort übliche Hitze und den Sand gut einstellen konnte. "Das kann kein Nachteil sein", schrieb der 84-fache GP-Sieger auf seiner Internet-Homepage (www.michael-schumacher.de). "Im Gegenteil: es dürfte uns einen gewissen Vorsprung geben für die Vorgehensweise bei Reifen- und Abstimmungswahl." Trotz dieses Plus' sieht sich Schumacher keineswegs in der Favoritenrolle. Aber entschieden besser als im Vorjahr soll es auf jeden Fall werden: Damals hatte ihn ein Hydraulikdefekt am neuen F2005 an zweiter Stelle liegend schon in der 13. Runde gestoppt.
Zumindest ist sich Schumacher nach den viel versprechenden Testfahrten sicher, dass ihm und der Scuderia eine desaströse Saison wie 2005 erspart bleibt und die "Roten" den Rückstand aufgeholt haben. "Dieser Kraftakt über den Winter hinweg ist wirklich beeindruckend und zeigt mal wieder, warum Ferrari etwas so Besonderes ist", sagte er einen Tag vor seiner Abreise. "Ich bin davon überzeugt, dass unser F248 das Potenzial dazu hat, in den WM-Kampf einzugreifen."
Selbst wenn Ferrari in den ersten Rennen nicht gewinnen sollte, habe das Team "sehr konkrete Vorstellungen darüber, wie sich das Auto über das Jahr hinweg verbessern wird". Aus Schumachers Sicht wäre es daher "ideal", zumindest Punkte beim Saisonstart zu holen: "Wir reisen auf jeden Fall voll motiviert zu den Rennen in Bahrain und Malaysia."
Voll motiviert und voller Erwartung reist auch Alonso an. Anders als bei seinem großen Coup 2005, wo er sich in beeindruckender Manier überlegen zum jüngsten Champion der Grand-Prix-Geschichte kürte, trägt der 24-Jährige dieses Mal die Favoritenbürde. "Ich glaube nicht, dass ich deshalb mehr Druck habe", schwächte er ab. "Ich bin sehr stolz, die Nummer 1 auf meinem Auto zu haben. Das ist das Maximum, was man im Motorsport erreichen kann. Davon träumt man seine ganze Karriere lang."
Die Zeichen stehen gut, dass sich dieser Traum wiederholen kann. "Wir zählen auf jeden Fall zu den Favoriten", akzeptiert Alonso die Rolle des Gejagten. Und Schumacher hat nichts dagegen, dass er erstmals seit seinen fünf Titeltriumphen in Serie zu den Verfolgern zählt. "In meinen Augen wird das eine sehr enge Saison werden. Ich glaube, die Teams liegen diesmal sehr dicht beieinander, so dass wir uns auf einen harten Kampf um die Titel gefasst machen müssen", sagte er. "Uns ist das gerade recht, so etwas spornt uns umso mehr an, und für den Sport und die Zuschauer ist das eine tolle Sache."
(apa)
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