Olympia 2014: Neuer Bewerbungschef wehrt sich gegen Favoritenrolle Salzburgs
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Nur Deutschland und die USA waren erfolgreicher
"Wir haben sehr gute Chancen, aber wir sollten uns davor hüten, in der Favoritenrolle zu sein." Fedor Radmann, neuer Chef der Bewerbung Salzburgs um die Olympischen Winterspiele 2014, sprach am erstmals über seine Strategie: "International ist es sehr einfach: Es gibt 115 IOC-Mitglieder, wir brauchen 60 Stimmen plus/minus."
Paris habe bei seiner Kandidatur für die Sommerspiele 2012 gezeigt, wie gefährlich die Favoritenrolle sein kann. "Wir wollen nicht Favorit sein, sondern überzeugend", meinte der Bayer. Auf internationaler Ebene gebe es drei Zielgruppen, die es zu "bearbeiten" gebe: Neben den IOC-Mitgliedern auch die IOC-Administration sowie die wichtigsten IOC-Partner, und zwar das Fernsehen und die Großsponsoren, denen man zeigen müsse, dass Salzburg der richtige Ort für Olympia sei, so der 61-Jährige.
National müsse man es schaffen, dem IOC zu zeigen, dass Salzburg und Österreich Austragungsort sein will. "Man muss in der Welt spüren, dass wir diese Winterspiele wollen", betonte Radmann. Seiner Meinung sei es bei der Bewerbung für 2010 ein Fehler gewesen, dass die Kultur zu sehr im Vordergrund gestanden sei. "Kultur und Kunst ist als Rahmenprogramm, als Begleitung wichtig, aber wir machen Sport."
Unterstützt wird Salzburgs Bewerbung auch durch Radmanns Freund Franz Beckenbauer, der "ein bisschen helfen wird", aber keine Position oder Geld erhalten werde. Als mögliche weitere Olympia-Botschafter kann sich der Bewerbungs-Chef Franz Klammer, Michaela Dorfmeister, Felix Gottwald, Georg Hackl, möglicherweise auch Niki Lauda und Benita Ferrero-Waldner vorstellen, alle müssten das aber unentgeltlich tun.
Eigentlich habe er nach der Fußball-WM in Deutschland in den Ruhestand treten wollen. Weshalb er sich das noch antue? "Es ist die Emotion, die Überzeugung. Ich habe noch nie eine Bewerbung (u.a. Olympische Sommerspiele 1972 in München, Eishockey-WM 1993 in Deutschland und 1996 in Österreich, Fußball-WM 2006 in Deutschland, Anm.) begleitet, wenn ich nicht überzeugt war, dass sie es verdienen würde", bekräftigte Radmann, den persönlich mit Salzburg viel verbindet, weil er hier zur Schule ging und sein Wohnort Berchtesgaden nur einen Steinwurf von Salzburg liegt.
(apa/red)
