Donnerstag, 9. März 2006

Geiselnahme in Frankreich: Bewaffneter Mann hat 20 Schüler in seiner Gewalt!

  • Beim Geiselnehmer handelt es sich um Ex-Lehrer
  • Bewaffneter will mit Ex-Bildungsminister sprechen

Ein ehemaliger Lehrer hat in einer französischen Schule 23 Menschen in seine Gewalt gebracht und rund fünf Stunden lang in Geiselhaft gehalten. Am Abend ergab sich der 33-Jährige dann widerstandslos der Polizei, wie die Gendarmerie in Sablé-sur-Sarthe nahe Le Mans mitteilte. Die Geiseln, darunter 21 Schüler im Alter von 16 bis 18 Jahren, blieben körperlich offenbar unversehrt. Der arbeitslose Täter wollte mit der Geiselnahme auf seine persönlichen Probleme aufmerksam machen.

Der Mann hatte ein Gespräch mit dem früheren Bildungsminister Francois Fillon gefordert. Eine Pistole, die der Geislenehmer bei sich trug, erwies sich als Attrappe, wie der Verwaltungschef des Départements Sarthe, Stéphane Bouillon, sagte. Der 33-Jährige drang am Nachmittag gegen 15.00 Uhr mit einer Handfeuerwaffe in ein Klassenzimmer der technischen Oberschule ein, an der er bis vor zwei Jahren als Angestellter gearbeitet hatte. Die Schule wurde weiträumig abgeriegelt, 25 Polizisten der Eliteeinheit GIGN wurden mit einem Hubschrauber nach Sablé-sur-Sarthe geschickt.

Eine Mitarbeiterin der Schule sagte der Nachrichtengaentur AP, der ehemalige Lehrer habe gleich zu Beginn der Geiselnahme versprochen, er werde den Schülern nichts zu Leide tun und sie am Abend freilassen. Dies habe ihr eine der beiden Aufsichtspersonen, die zusammen mit den Jugendlichen in Geiselhaft genommen worden seien, über ihr Mobiltelefon mitgeteilt, sagte die Angestellte Bernadette Mercier. Der Täter habe den Geiseln auch erlaubt, mit ihren Angehörigen zu telefonieren.

Der Mann sei offenbar wegen seiner Arbeitslosigkeit deprimiert, sagte Mercier. Er habe auf seinen Fall aufmerksam machen und den ehemaligen Bildungsminister François Fillon sprechen wollen. Fillon, heute Senator für das Département Sarthe, machte sich am frühen Abend von Großbritannien aus auf den Weg in die Region. (apa/red)

9.3.2006 16:34