18 Leichen in Kleinbus in Bagdad entdeckt: Opfer wurden erhängt bzw. erschossen
- Tote trugen Handschellen und Augenbinden
- PLUS: Regierungsbeamten aus Geiselhaft befreit
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In der irakischen Hauptstadt Bagdad ist am Mittwoch von US-Soldaten ein Kleinbus mit den Leichen von 18 ermordeten Irakern gefunden worden. Die Mörder hätten ihre Opfer erwürgt oder gehängt, teilte ein Polizeisprecher in Abu Ghraib im Westen der Stadt mit. Sie hätten ihre Opfer an den Händen gefesselt und ihnen die Augen verbunden. Die Hintergründe des Massenmordes waren zunächst unklar. Der Minibus stand in einem großteils von sunnitischen Arabern bewohnten Stadtteil. Die Identität der Toten war unklar.
Die Männer wurden offenbar Opfer religiös motivierter Gewalt. Nach dem Terroranschlag auf ein wichtiges schiitisches Heiligtum, die Goldene Moschee von Samarra, vor zwei Wochen war es zu Gewaltausbrüchen zwischen Sunniten und Schiiten gekommen. Die Konstituierung des im Dezember gewählten irakischen Parlaments und die Regierungsbildung sind blockiert.
Ein irakisches Sondereinsatzkommando hat einen Regierungsbeamten aus der Geiselhaft befreit. Die US-Armee berichtete am Mittwoch, die Spezialkräfte hätten den mit Handschellen an ein Bett gefesselten Mann am vergangenen Montag in einem Haus in Taji nördlich von Bagdad gefunden. Er sei vier Tage zuvor entführt und von den Kidnappern schwer misshandelt worden. Die Geiselnehmer hätten geplant, ihn am Montagabend zu töten. Zwei mutmaßliche Kidnapper wurden festgenommen.
Bei einem Sprengstoffanschlag in der Nähe einer Schule in der westirakischen Sunniten-Hochburg Falluja starben am Mittwoch vier Zivilisten. Der Sprengsatz explodierte nach Polizeiangaben an einer Straße, die häufiger von den amerikanischen und irakischen Truppen benutzt wird. Zum Zeitpunkt des Anschlags befanden sich jedoch keine Soldaten in der Nähe.
Anschlag auf Konvoi des Innenministeriums
Bei einem Bombenanschlag auf einen Konvoi von Einheiten des irakischen Innenministeriums in Bagdad ist mindestens ein Mensch getötet worden. Innenminister Bayan Jabbor sei nicht in einem der Fahrzeuge gewesen, sagte ein Mitarbeiter der Behörde. Ein anderer Mitarbeiter sprach von zwei Todesopfern.
Die Fahrzeuge verließen den Angaben zufolge gerade den Ministeriumskomplex zum Tanken, als eine am Straßenrand gelegte Bombe explodierte.
(apa/red)
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