Donnerstag, 9. März 2006

Weitere Säugetierart von Seuche betroffen:
H5N1-infizierter Steinmarder auf Rügen!

  • Tier lebte im Seuchenzentrum auf deutscher Insel
  • Plus: In Österreich könnte Katzen-Stallpflicht kommen

Weltweit erstmals hat das Vogelgrippe-Virus einen Steinmarder infiziert: Wie das Friedrich-Loeffler-Institut am Donnerstag mitteilte, war das Tier am 2. März auf der Insel Rügen noch lebend gefunden worden, nach Feststellen der Infektion aber getötet worden. Der Marder stamme wie die drei infizierten Katzen aus dem Teil Rügens, in dem die meisten toten Vögel gefunden worden seien. Die Einschätzung der Gefährdungssituation habe sich dadurch aber nicht geändert, teilte das Institut mit.

Bemerkenswert sei allerdings, dass sich das Spektrum der von H5N1 infizierten Säugetierarten damit ausgeweitete habe. Weltweit war den Angaben zufolge bisher keine Infektion von Marderartigen mit H5N1 beschrieben worden.

Die Zahl der positiv auf das Virus getesteten Säugetiere hat sich nach Angaben des Krisenstabes in Mecklenburg-Vorpommern damit auf vier erhöht. Bei den infizierten Wildvögeln in Mecklenburg-Vorpommern ist es dagegen demnach bei den zuletzt gemeldeten 151 geblieben, von denen allein 138 von Rügen stammen. Alle Tests bei Nutztieren verliefen negativ. Untersucht wurden bisher 4.082 Proben von Wildvögeln und Nutzgeflügel sowie 96 Proben von Säugetieren.

"Der Nachweis einer H5N1-Infektion bei einer zweiten Säugetiergruppe ist nicht überraschend. Katzen und Marder haben ein vergleichbares Beutespektrum", sagte der Agrarminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus: "Der Fall bestätigt uns in unserem konsequenten Handeln, alle Ausbreitungswege des Virus zu untersuchen."

(apa/red)

9.3.2006 12:58