Samstag, 11. März 2006

Immer mehr jugendliche Gewalttäter: Villacher FP-Politiker plant "Bürgerwehr"

  • Soll mit Pfefferspray & Schlagstock ausgerüstet sein
  • Gewaltakte in Villacher Innenstadt häufen sich

Noch für heftige Diskussionen wird die Idee eines Villacher FPÖ-Politikers sorgen, der zur Eindämmung der Gewalt durch Jugendliche eine Art "Bürgerwehr" installieren möchte. Dem Gemeinderat Josef Spitzer schwebt vor, mit Hilfe von Schlagstöcken und Pfefferspray in der Innenstadt wieder für Ruhe zu sorgen. Die Gewaltakte in Villach haben sich in den vergangenen Monaten gehäuft.

Zur Untermauerung seines Vorhabens macht der FPÖ-Politiker geltend, dass laut Umfragen bereits rund 65 Prozent der Villacherinnen in der Nacht Angst in ihrer Stadt hätten, tagsüber seien es 23 Prozent. Laut Spitzer habe er schon fünf Bürger, die für Ordnung und Ruhe sorgen wollen. Die Betroffenen seien in Kampfsportarten wie Karate und Judo ausgebildet.

Derzeit lässt der Kommunalpolitiker sein Vorhaben rechtlich überprüfen: "Die Bürgerwehr ist notwendig, weil in der Innenstadt zu wenig Polizisten präsent sind. Auch viele Wirte unterstützen mich," wird er in der Samstag-Ausgabe der "Kärntner Krone" zitiert. Vorerst keinen Kommentar gibt es seitens der Villacher Polizei zur geplanten "Bürgerwehr".

Wie in Klagenfurt sind in Villach brutale Gewaltakte von Jugendlichen gegen Mitbürger deutlich gestiegen. Während in der Landeshauptstadt vor allem der Innenstadt-Bereich um Herrengasse betroffen ist, hat sich in Villach die früher gutbürgerliche Lederergasse mit ihren vielen Lokalen zu einem Zentrum des Nachtlebens entwickelt, wo Polizeieinsätze an der Tagesordnung sind.

(apa)

11.3.2006 12:17