Mittwoch, 1. März 2006

Gewalt steigt: Jagd auf Kinderbanden

Räuber mit 13: Eine Wiener Kindergang verübte in zwei Monaten 166 brutale Raubüberfälle. Psychologen warnen: ,Die Gewaltbereitschaft der Jugendlichen wird größer.‘

Freitag vergangener Woche, 17 Uhr. Im Kommissariat Leopoldsgasse in Wien treffen sich 15 Beamte der Kriminalpolizei und Sicherheitswache zur Einsatzbesprechung. „Auch heute“, erklärt Cheffahnder Karl Kmoch, „werden wir in den Stationen der Linie U6 nach unseren üblichen Verdächtigen Ausschau halten, sie eventuell perlustrieren und nötigenfalls einvernehmen.“ Die „üblichen Verdächtigen“ – Kinder, viele von ihnen 13, einzelne sogar erst zehn Jahre alt.

Kriminelle Kids. Es ist 17.30 Uhr, als die Polizeiaktion beginnt. Jene Tageszeit, wie die Beamten wissen, zu welcher die Kinderbanden mit ihrem – inzwischen täglichen – „Räuber-und-Gendarm-Spiel“ beginnen. Doch tatsächlich ist es bitterer Ernst – denn die Kids sind echte Räuber, verfolgt von echten Ermittlern. Und die Delikte sind Raub, gefährliche Drohung, Körperverletzung.

Bereits wenige Minuten nachdem die Patrouille losgestartet ist, ertönt eine „eindeutige Meldung“ aus den Funkgeräten der Einsatzkräfte: „Raubüberfall in der Vorgartenstraße. Tatverdächtig sind zwei Jugendliche. Ein Opfer ist verletzt, geraubt wurde ein Handy und Bargeld …“

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1.3.2006 17:42