Freitag, 3. März 2006

Erschreckende Entwicklung: LKW-Verkehr in EU hat sich seit 1980 mehr als verdoppelt

  • Schienenverkehr ging in der selben Zeit zurück
  • VCÖ fordert höhere Maut & bessere Zugverbindungen

Der Lkw-Verkehr in der EU ist in der Zeit von 1990 bis 2005 um 58 Prozent auf 1.665 Mrd. Tonnenkilomenter gestiegen, im Vergleich zu 1980 hat sich der Transport auf der Straße sogar mehr als verdoppelt. Gleichzeitig ging der Bahngüterverkehr von 425 Mrd. Tonnenkilomenter im Jahr 1980 auf 350 Mrd. Tonnenkilomenter zurück. Dies geht aus einer Studie des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) hervor. Der VCÖ fordert daher eine höhere Lkw-Maut und eine rasche Verbesserung der Schieneninfrastruktur. Von der EU-Präsidentschaft vermisst der Verkehrsclub Akzente für eine Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene.

Die Grenzen des Wachstums seien beim Lkw-Verkehr noch nicht erreicht. Vor allem dann, wenn die EU und die einzelnen Mitgliedsstaaten die Politik der vergangenen Jahre fortsetzen, so der VCÖ-Experte Wolfgang Rauh. "Der Bevölkerung entlang der Transitrouten drohen dann weitere Lkw-Lawinen".

Der VCÖ fordert vor allem Maßnahmen für mehr Kostenwahrheit im Lkw-Verkehr. In der EU betragen laut Schweizer Forschungsinstitut INFRAS die externen Kosten des Lkw-Verkehrs mehr als 200 Mrd. Euro pro Jahr. Von Österreichs EU-Präsidentschaft erwartet sich der VCÖ einen stärkeren Einsatz für die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene.
(apa)

3.3.2006 11:31