Trost nach Olympia-Blech: Doris Günther gewinnt Parallel-Slalom in St. Petersburg
- Erster Weltcup-Sieg für Günther in diesem Bewerb
Etwas mehr als eine Woche nach ihrem vierten Platz bei den Olympischen Spielen in Turin hat sich Doris Günther über die unglücklich verpasste Medaille hinweggetröstet. Die Salzburgerin gewann in St. Petersburg den dritten Snowboard-Weltcupbewerb ihrer Karriere, den ersten im Parallel-Slalom. Die 27-Jährige aus Zell am See setzte sich im Damen-Finale um 0,18 Sekunden gegen die Südtirolerin Carmen Ranigler durch.
"Ich kann es noch gar nicht glauben", rang Günther nach Worten. "Ich habe in letzter Zeit so viel Pech gehabt", erklärte die Salzburgerin und verwies auf ihren vierten Platz bei Olympia. "Das war schon sehr enttäuschend." Alles andere als enttäuschend gestaltete sich der Flutlicht-Event in der russischen Metropole, nach dem sich Günther erstmals seit 2001 auf dem obersten Weltcup-Podest wähnte. 2001 hatte sie in Tignes und Ischgl jeweils einen Parallel-Riesentorlauf gewonnen.
"Geduld zahlt sich aus", resümierte die Zellerin nach ihrem ersten Weltcup-Sieg seit fast fünf Jahren. "Ich bin immer gut gefahren und heute kam eben noch das Glück dazu." Jenes Glück, das ihr am 23. Februar gefehlt hatte. Damals hatte sich Günther sowohl im Semifinale als auch im Kleinen Finale um Olympia-Bronze mit Stürzen um eine Medaille gebracht. Acht Tage später schaltete sie im Semifinale sogar die Schweizer Olympiasiegerin Daniela Meuli aus, die sich mit Platz drei zufrieden geben musste.
Für die als Achte zweitbeste Österreicherin, Heidi Neururer, kam im Viertelfinale das Aus. Die Olympia-Starterin Heidi Krings kam unmittelbar vor der Steirerin Marion Kreiner auf Platz zwölf. Manuela Riegler (17.) und Doresia Krings (20.) qualifizierten sich nicht für das Achtelfinale. Bei den Herren überraschte der Niederösterreicher Benjamin Karl als Siebenter, Ex-Weltmeister Sigi Grabner kam als Olympia-Dritter im Riesentorlauf im Slalom auf Platz zehn und Andreas Prommegger auf Rang 13.
Den Sieg bei der zweiten Auflage der Weltcup-Bewerbe in St. Petersburg sicherte sich der Schweizer Simon Schoch, der sich im Olympia-Finale noch seinem um ein Jahr jüngeren Bruder Philipp (diesmal Dritter) geschlagen geben hatte müssen. Der Weltcup-Führende profitierte im Endlauf allerdings von einem Torfehler des Südtirolers Roland Fischnaller.
(apa)
