ElBaradei setzt weiter auf Politik: Ringen
um Lösung im Atom-Streit mit dem Iran
- IAEO verlangt "100 % Transparenz" von Teheran
- Einschaltung des UN-Sicherheitsrats ist noch offen
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Zentrales Kontrollwerk-zeug: Iran ausgestiegen
·Porträt: IAEO-Chef Mohamed ElBaradei
Setzte sich sogar gegen US-Widerstand durch

Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO bzw. in der englischen Abkürzung IAEA), Mohamed ElBaradei, glaubt weiterhin daran, dass die Verhandlungen zwischen den EU-3 (Deutschland, Frankreich, Großbritannien) und dem Iran zu einer stabilen Lösung im Atom-Konflikt führen können. Unmittelbar vor dem Beginn der März-Session des IAEO-Gouverneursrat zeigte sich der ägyptische Spitzendiplomat zuversichtlich, dass eine "integrative Verhandlungslösung" tatsächlich noch erreicht werden kann.
"Ich hege die Hoffnung, dass wir zirka bis nächste Woche eine Verhandlungslösung finden können, Teheran muss allerdings volle Transparenz in dieser Thematik herstellen", erklärte der IAEO-Generaldirektor. Der in dieser Woche tagende Gouverneursrat werde die Iran-Causa am Dienstagnachmittag oder Mittwochvormittag debattieren. Von diesen Diskussionen wird abhängen, ob der UN-Sicherheitsrat dann tatsächlich mit dem Atomkonflikt befasst werden wird.
Um diesen Schritt zu vermeiden, werde die IAEO den Iran nochmals dazu auffordern, vertrauensbildende Maßnahmen zu setzen. Darunter wollte ElBaradei den Zugang zu sämtlichen Atomanlagen im Iran - ob zivil oder militärisch - sowie die Möglichkeit, mit allen in das Atomprogramm involvierten Personen zu sprechen, verstanden wissen. "Das Bild, das wir vom Iran bezüglich des Atomprogrammes haben, ist nach vor verschwommen und nicht besonders klar", stellte ElBaradei fest.
"No Nuke to the Mullahs"
ElBaradei machte auch wieder einmal deutlich, dass er nur einen einzigen Ausgang der Gespräche anstrebe: "Es gibt viele Optionen, aber nur eine einzige Lösung." Eine solche - politische und nicht militärische - Lösung müsse nicht nur atomar-technologische Aspekte umfassen, sondern auch solche aus den Bereichen Sicherheit, Wirtschaft und Politik. Nur eine "integrative Lösung" könne nachhaltig zur Stabilisierung beitragen.
Nicht nur in den Tagungsräumen innerhalb der Wiener UNO-City war der Iran-Konflikt ein Thema, sondern auch vor dem Haupteingang: Ein Gruppe iranischer Oppositioneller forderte mit Sprechchören, Musik und Transparenten u.a. "No Nuke to the Mullahs" (Keine Atomtechnologie für das Mullah-Regime).
(apa/red)
