Mittwoch, 1. März 2006

Bush-Überraschungsbesuch in Afghanistan: Erste Visite nach Sturz des Taliban-Regimes

  • Warnung: Iran darf keine Atombombe besitzen

Auf seiner Asienreise hat US-Präsident George W. Bush einen zuvor nicht angekündigten Stopp in Afghanistan eingelegt. Er wurde von Präsident Hamid Karzai in Kabul empfangen. Begleitet wurde Bush von seiner Frau Laura und Außenministerin Condoleezza Rice.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Karzai sagte Bush, er sei zuversichtlich, dass Terroristenführer Osama bin Laden "der Gerechtigkeit zugeführt" werde. Auf die Frage nach der vergeblichen vierjährigen Fahndung nach Bin Laden sagte der US-Präsident, die Suche nach ihm und seinen Verbündeten dauere an. Es gehe nicht darum, ob sie gefasst würden, sondern wann. Es gebe Fortschritte bei der Zerschlagung des Terrornetzwerks Al Kaida, sagte Bush. "Die Welt ist deswegen ein besserer Ort."

Amerika sei froh, Anteil an der Zukunft Afghanistans zu haben und zufrieden mit den jüngsten Fortschritten. "Wir mögen Berichte von jungen Mädchen, die zum ersten Mal zur Schule gehen", sagte Bush. "Wir schätzen eine freie Presse. Wir sind begeistert, wenn wir eine unternehmerische Klasse aufwachsen sehen." Menschen in der ganzen Welt verfolgten die Ereignisse in Afghanistan.

Bush warnte in Kabul auch eindringlich vor dem Aufstieg des Irans zu einer Atommacht. Eine iranische Atombombe "wäre das Destabilisierendste, was der Region und der Welt passieren könnte", so Bush. "Der Iran darf keine Atombombe haben", sagte er. Washington werde mit Freunden und Alliierten darauf hinarbeiten, die Regierung in Teheran davon zu überzeugen, auf ein eventuelles Atomwaffenprogramm zu verzichten.

Die erste Reise Bushs nach Afghanistan war nach US-Angaben aus Sicherheitsgründen geheim gehalten worden. Während des fünfstündigen Besuchs Bushs galten in Kabul strenge Sicherheitsvorkehrungen.

(apa/red)

1.3.2006 07:15