Kokainkonsum in Europa nimmt zu: Immer mehr Menschen landen in Suchtgiftfalle
- Großteil der Opiate kommt aus Afghanistan
- Cannabis bleibt illegale Droge Nummer eins
·news.at-UMFRAGE:
Stimmen Sie mit!
Haben Sie schon einmal illegale Drogen probiert?
·Drogen: Die größten Aufgriffe in Österreich
KLICKEN: Rekord-Fund liegt bei 140 Kilogramm
·Österreich bestraft vor allem den Besitz!
Rot-weiß-rote Drogen- delikte seit '02 rückläufig!
·Ist London Drogen- hauptstadt Europas?
Kokain-Spuren sind sogar
in Themse nachweisbar
Kokain wird in Europa offenbar immer populärer: Wie aus einem aktuellen Bericht des Internationalen Suchtmittelkontrollrats der Vereinten Nationen (INCB) hervorgeht, nahm die Zahl der Aufgriffe der Droge im Vorjahr weiterhin zu. Auch Heroin bleibt weiterhin ein Thema. Der Großteil der Opiate kommt aus Afghanistan, wo zur Erzeugung der Droge weiterhin im großen Stil Schlafmohn angebaut wird.
"Kokain ist heute eines der größten Probleme in Europa", erklärte INCB-Präsident Hamid Ghodse bei einer Pressekonferenz im Wiener UNO-Sitz am Dienstag. Obwohl genaue Untersuchungen fehlen, deuten große Aufgriffe wie etwa in Spanien, wo 2005 bei einem einzelnen Fund 5,4 Tonnen beschlagnahmt wurden, auf steigenden Konsum hin. Ein Indiz ist ebenso die steigende Zahl von Therapien auf Grund von Kokainsucht. In den Niederlanden und Spanien ist das weiße Pulver die illegale Substanz, wegen der sich die Menschen am zweithäufigsten behandeln lassen.
Die Verbreitung der Droge nahm bei jungen Leuten vor allem in Dänemark, Deutschland, Spanien und Großbritannien zu. Betroffen seien auch Teile Österreichs, Griechenlands, Irlands und Italiens, so INCB.
Cannabis illegale Droge Nummer eins
Illegale Droge Nummer eins bleibt weiterhin Cannabis: Rund 30 Millionen konsumieren die Droge in den EU-Staaten, Liechtenstein, Norwegen und in der Schweiz. Die Konsumenten sind durchwegs jung: Rund 15 Prozent der 15-jährigen Schüler in der EU konsumieren Marihuana oder Haschisch öfter als 40 Mal im Jahr.
Ein großes Problem stellt weiterhin Heroin dar: Der geschätzte Bedarf an der Substanz in Europa beträgt laut INCB-Schätzungen 170 Tonnen, die Hälfte davon entfällt auf West- und Zentraleuropa. Der Großteil stammt aus Afghanistan, wo trotz angekündigter Maßnahmen der Anbau nach wie vor im großen Stil betrieben wird. Laut UNO-Zahlen wurden 2005 rund 4.100 Tonnen Rohopium - der Grundsubstanz von Heroin - hergestellt, nur 100 Tonnen weniger als ein Jahr davor, das mit 4.200 Tonnen den bisherigen Höchststand seit dem Fall des Taliban-Regimes markierte.
Probleme sieht der Suchtmittelkontrollrat auch durch den steigenden Versand von Medikamenten über das Internet. Neben illegalen Produkten wie Ecstasy werden auch erlaubte pharmazeutische Produkte online bestellt und per Post zugestellt, so INCB. Ghodsen nannte als Beispiel Diazepam: Hier gab es Fälle, wo Einzelpersonen rund 40.000 Tabletten orderten. "Sicher nicht für den persönlichen Gebrauch", meinte der Präsident. Das Phänomen von postalisch versendeten Drogen und Medikamenten sei nichts Neues. Allerdings sei der Maßstab extrem gewachsen.
(apa)
