Angriff von FARC-Rebellen auf Hotel in Kolumbien: Mindestens acht Menschen tot
- Attentat bei Treffen von Kommunalpolitikern
·Kolumbien: Rebellen töten neun Zivilisten
Angriff auf Bus im Süden des Landes: 13 Verletzte
Bei einem Bombenanschlag auf ein Hotel in Kolumbien sind am Montag mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Zum Zeitpunkt der Explosion in der südkolumbianischen Stadt Rivera habe gerade ein Treffen von Kommunalpolitikern in dem Hotel stattgefunden, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei verdächtigte die linksgerichtete Rebellengruppe Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC), hinter dem Anschlag zu stecken. Den Angaben zufolge wurden drei Menschen verletzt.
Der Leiter des kolumbianischen Gemeindetages, Oscar Nunez, sagte hingegen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa), Guerilleros der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens seien in den Ort eingedrungen und hätten das Feuer auf die Gemeindevertreter eröffnet, die gerade zu einer Sitzung zusammen gekommen seien. Um die Polizei abzulenken, hätten die Rebellen zudem Handgranaten geworfen, hieß es weiter. Vier Teilnehmer der Sitzung überlebten demnach mit Schussverletzungen.
Nach Angaben des Vorsitzenden der kolumbianischen Gemeindeföderation, Gilberto Toro, marschierten als Polizisten verkleidete Männer in das Hotel und eröffneten das Feuer auf ein Treffen von Lokalpolitikern aus der Region.
Der Überfall wird als Teil einer Offensive gewertet, mit der die Rebellen die Sicherheitspolitik von Präsident Alvaro Uribe vor der Parlamentswahl im März und der Präsidentenwahl im Mai als einen Misserfolg erscheinen lassen wollen. Erst am Samstag waren im Nachbarbezirk Caqueta neun Zivilisten bei einem bewaffneten Überfall auf einen Bus gestorben. Auch hier vermuten die Sicherheitsbehörden die FARC hinter der Tat.
Die Gruppe behindert mit einem "bewaffneten Streik" seit knapp zwei Wochen den Verkehr in der Region. Die Armee eskortiert Autokonvois. Der Bus war jedoch ohne Begleitschutz unterwegs, als die Rebellen auf ihn feuerten. Die Vereinten Nationen verurteilten die Tat scharf.
Die FARC-Guerilla zählt etwa 17.000 Kämpfer. Sie ist die größte kolumbianische Rebellengruppe. In dem seit vier Jahrzehnten andauernden Gewaltkonflikt in Kolumbien zwischen Paramilitärs, linksgerichteten Guerillagruppen und Armee kamen bisher etwa 200.000 Menschen ums Leben.
(apa)
