Freitag, 3. März 2006

Pferderipper" hat wieder zugeschlagen: Gnadenstute in Steiermark schwer verletzt

  • 25 Jahre altes Tier erlitt im Genitalbereich verletzt
  • SOKO-Pferd-Ermittler: 'Passt eindeutig zu Serientäter'

Im Bezirk Graz-Umgebung ist in der Nacht auf Donnerstag erneut ein Pferd Opfer eines unbekannten Tierquälers geworden. Nach Angaben der Polizei hat der Täter auf einem Anwesen in Laßnitzhöhe eine 25 Jahre alte Stute, die dort ihr Gnadenbrot erhält, im Genitalbereich schwer verletzt. Laut Alois Eberhart, Leiter der "SOKO Pferd", gehe dieser Übergriff eindeutig auf das Konto jenes Täters, der bereits seit Monaten sein Unwesen treibt.

Der 62 Jahre alte Stallbesitzer Reinhold K. hatte bemerkt, dass die 25 Jahre alte Warmblutstute, die er vom Tierheim Arche Noah übernommen hatte, im Genitalbereich stark blutete. Der verständigte Tierarzt stellte dann eine fünf Zentimeter breite und sechs Zentimeter tiefe Schnittwunde fest, die dem Tier mit einem messerähnlichen Gegenstand zugefügt worden war. Die Wunde musste mit mehreren Stichen genäht werden.

Freitagvormittag fand im Landespolizeikommando Steiermark eine Besprechung der "SOKO Pferd" statt. Zehn Fälle sind der Polizei bisher in der Steiermark und im burgenländischen Grenzgebiet bekannt, wovon vier mit "sehr massiven Verletzungen" verbunden waren.

Diese vier Fälle in Allerheiligen, Heiligenkreuz am Waasen, Messendorfberg und Laßnitzhöhe ordnen die Kriminalisten eindeutig dem Pferdequäler zu: "Immer waren es Warmblutstuten, immer waren die Tiere braun und die Übergriffe fanden immer im Grazer Nahbereich statt", so der Chef-Ermittler. Bei den anderen Fällen waren auch Wallache dabei. Weiters konnte hier nicht restlos geklärt werden, ob die Verletzungen von der Koppel oder von Menschenhand stammten.

Jetzt hoffen die Kriminalisten wieder auf Hinweise aus der Bevölkerung und auf Beobachtungen von Zeugen, da der Täter auch im aktuellen Fall keinerlei Spuren hinterlassen hat. "Wir sind wirklich sehr beunruhigt", erklärte Eberhart: "Der Täter ist krank, und das macht ihn nicht gerade ungefährlich". (apa/red)

3.3.2006 11:12