Dienstag, 28. Februar 2006

Kritik an Schwerarbeiterregelung: Christ-gewerkschafter wollen "zurück an den Start"

  • ÖGB-Vize Klein findet Vorschlag "extrem unnötig"
  • Neue Regelung sei "ungerecht" und "unannehmbar"

Nach dem Arbeitgeberflügel der ÖVP distanzieren sich nun auch die ÖVP-nahen Christgewerkschafter von der Schwerarbeiterregelung der Regierung. FCG-Vorsitzender Karl Klein bezeichnet das Vorhaben von Sozialministerin Ursula Haubner (B) als "extrem unnötig". Der Chef des ÖVP-Arbeitnehmerflügels ÖAAB, Fritz Neugebauer, hatte die Schwerarbeiterregelung zuletzt dagegen als "Globallösung mit Vorteilen und Schwächen" grundsätzlich verteidigt.

Wie zuletzt auch Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl (V) fordert Klein in den "Salzburger Nachrichten" einen Neustart der Schwerarbeiter-Debatte. Dass die ÖVP dies nicht geschlossen artikuliere, führt der ÖGB-Vizepräsident auf Koalitionsräson zurück: Man wolle "den einzigen Erfolg, den das BZÖ vorzuweisen hat, nicht umbringen". Klein findet die Schwerarbeiterregelung "ungerecht" und "unannehmbar".

Die Schwerarbeiterregelung sieht vor, dass nach 45 Versicherungsjahren mit 65 Jahren in Pension gehen kann, wer innerhalb der letzten 20 Jahre zehn Jahre Schwerarbeit nachweisen kann. Unannehmbar findet Klein, dass Schwerarbeiter nach 45 Versicherungsjahren 1,8 Prozent Abschlag pro Frühpensionsjahr hinnehmen sollen. Außerdem werde nur ein verschwindend kleiner Teil der Österreicher unter die Regelung fallen. Der VP-Gewerkschafter fordert eine Verlängerung der bestehenden Hacklerregelung, die einen abschlagsfreien Pensionsantritt mit 60 nach 45 Versicherungsjahren vorsieht (bei Frauen mit 55 nach 40 Jahren). (apa/red)

28.2.2006 18:23