Dienstag, 28. Februar 2006

So schneereich und kalt war dieser Winter: Rekord in Lunz mit -26,3° und 4,89m Schnee

  • Meteorologischer Winter endet - aber es bleibt kalt
  • Gab für Meteorologen kaum vergleichbaren Winter

Die Einwohner von Lunz am See im westlichen Niederösterreich wissen, was sie am heurigen Winter gehabt haben: Insgesamt 4,89 Meter Neuschnee und am 24. Jänner der Rekordwert von minus 26,3 Grad Celsius. Auch am Dienstag zum Ende des meteorologischen Winters, wurden aufkeimende Frühlingsgefühle von frostigen Temperaturen auf Eis gelegt. Die Wetterexperten bilanzierten daher: "Keine Anzeichen von Klimaerwärmung".

"Es gab in der Vergangenheit kaum einen Winter, der ohne nennenswerte Tauwetterperioden und sehr niederschlagsreich verlaufen ist", beschreibt Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe des Wetterdienstes "Meteomedia", die Besonderheit des Winters 2005/06. "Diese Woche kündigt sich erneut eine kühlere und feuchtere Witterungsperiode mit gebietsweisen Schneefällen an."

Von mildem Herbst rein in tiefen Winter
"Nach einem milden Herbst erfolgte Mitte November sprunghaft der Übergang zu Schnee und tiefen Temperaturen. Bereits Ende November fiel im Süden Kärntens in nur 24 Stunden fast ein Meter Schnee. Mitte Dezember tobten im Osten Österreichs Orkane mit Spitzenböen bis zu 126 km/h. Nach kurzer Wetterberuhigung meldete sich der Winter knapp nach Weihnachten zurück, mit starken Schneefällen im Osten und Süden Österreichs. Ende Jänner beherrschte außergewöhnlich starker Frost das Land, mit Temperaturen die deutlich unter dem Monatsdurchschnitt lagen. Anfang Februar folgte ein Schneetief dem anderen", fasste Spatzierer zusammen.

Temperaturen unter Normalwerten
Die Hohe Warte bestätigt: "Die Mittelwerte der Temperatur in diesem Winter lagen praktisch in ganz Österreich unter den Normalwerten", erklärt Helmut Derka von der ZAMG. Im äußersten Westen sowie vom Flachgau und Innviertel bis Wien und weiter bis ins Weinviertel erreichten die Abweichungen vom Normalwert minus 1,2 bis knapp unter minus zwei Grad. Ebenso in alpinen Tal- und Beckenlagen Tirols, Salzburgs und Kärntens einschließlich Klagenfurt. Im übrigen Österreich war es 0,4 bis 1,2 Grad kälter als im vieljährigen Durchschnitt. Lediglich einige Orte im Pongau verzeichneten normale Wintermitteltemperaturen.

Normalschneemenge um über 100 % übertroffen
Zur meteorologischen "Hitparade": Die höchste Temperatur dieses Winters wurde am 20. Februar mit plus 14,4 Grad in Andau (Burgenland) gemessen, die tiefste am 24. Jänner mit minus 26,3 Grad in Lunz am See. Die größten Neuschneesummen meldeten Kremsmünster (OÖ) mit 1,83 Meter, Litschau (NÖ) mit 2,63 Meter, Freistadt (OÖ) mit 1,65 Meter, Lunz am See (NÖ) mit 4,89 Meter, St. Johann im Pongau mit 3,35 Meter und Villach (K) mit 2,19 Meter. In sämtlichen Ortschaften wurde die Normalschneemenge um weit über 100 Prozent übertroffen. In Bregenz fielen hingegen nur 46 Prozent der Schneemenge eines durchschnittlichen Winters.

So kalt der Winter auch war - über zu wenig Sonne durfte sich niemand beklagen: Die meisten Sonnenstunden meldete Graz mit 350 (142 Prozent des Normalwertes), die wenigsten Linz mit 199 (131 Prozent). Für alle Landeshauptstädte ergeben sich laut ZAMG "überdurchschnittliche Summen von Sonnenstunden". Nur Bregenz musste mit 75 Prozent der üblichen Sonnenmenge auskommen.
(apa)

28.2.2006 11:27