Dienstag, 21. Februar 2006

EU verlängert Prüffrist für tele.ring-Kauf:
Verbessertes T-Mobile-Angebot als Grund

  • An dem Vertrag mit Hutchison wird weiter gebastelt
  • EU-Kommission lähmt durch Verzögerung Wettbewerb

Die Frist für die Prüfung der Übernahme des viertgrößten Mobilfunk-Anbieters tele.ring durch den zweitgrößten am Markt, T-Mobile Austria, durch die EU-Wettbewerbsbehörde wird von 28. März auf 28. April verlängert. Das teilte die EU-Kommission jetzt mit. Grund für die Verlängerung der Prüffrist dürften die von T-Mobile in den vergangenen Tagen angekündigten weiteren Zugeständnisse sein, mit denen die schweren Bedenken, die die Kommission in einem internen Papier gegen die Übernahme angemeldet hat, zerstreut werden sollen.

In der Branche werden indes Stimmen laut, wonach die EU-Kommission, deren Augenmerk eigentlich darauf liegen sollte, den Wettbewerb in Österreich sicherzustellen, durch die Verlängerung der Prüfung gerade dem Wettbewerb schade, da sie die betroffenen Unternehmen - von T-Mobile über tele.ring bis zu Hutchison - in ihren Planungen lähme. Als möglicher Grund für die Verzögerung werden in der Branche auch allfällige Bedenken der EU-Kommission über die künftige Rolle und den Fortbestand von Hutchison am europäischen und auch am österreichischen Mobilfunkmarkt genannt, nachdem der in Italien geplante Börsegang der Hongkong-chinesischen Gruppe nun zum zweiten Mal gescheitert sei.

Verkauf an Finanzinvestoren?
Sollte die Übernahme von tele.ring durch T-Mobile tatsächlich scheitern, gilt es als wahrscheinlich, dass Alltel das Unternehmen an Finanzinvestoren verkaufen würde. Die internationale Fondsgesellschaft Permira scharre "schon in den Startlöchern", hieß es aus der Branche. Allerdings wäre bei einem Verkauf an Permira von einem deutlichen Preisabschlag auszugehen. Ein Verkauf an die niederländische KPN, die seinerzeit ebenfalls massives Interesse an tele.ring angemeldet hat, würde dagegen ein neuerliches Wettbewerbsverfahren mit sich bringen, hieß es. (APA/red)

21.2.2006 07:35