Digitales Fernsehen kommt im September:
Aus für Analog-TV schon im Februar 2007?
- Landeshauptstädte machen Start, Rest folgt 2008
- Haushalte ohne Sat und Kabel benötigen Decoder!

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Hochauflösendem Fern-sehen gehört die Zukunft
Digitales Antennenfernsehen kann kommen: Die ORF-Sendetechniktochter ORS hat die Zulassung für die so genannte Multiplex-Plattform erhalten. Die ORS ist damit für den Aufbau und den Sendebetrieb von digitalem terrestrischem TV zuständig. Und sie will ein rasches Tempo vorlegen: Am 27. September startet der digitale Sendebetrieb in den österreichischen Ballungsräumen, ab Februar nächsten Jahres sollen die ersten analogen Sender abgeschaltet werden, kündigte ORS-Geschäftsführer Michael Wagenhofer an. Haushalte, die weder Kabel noch Satellit haben, müssen sich für die neue Technik einen Decoder anschaffen.
"In allen Landeshauptstädten und dem jeweiligen Umland" wird ab Herbst sowohl das "alte" analoge Signal als auch das digitale gesendet. Dieser Parallelbetrieb, "Simulcast" genannt, soll aber laut Medienbehörde KommAustria maximal sechs Monate dauern. Ab Februar 2007 werden daher die analogen Sender abgeschaltet: "Alle zwei Wochen jeweils zwei Ballungsräume", so Wagenhofer. Beginnen werde man damit voraussichtlich "im Westen".
Ballungsräume zuerst, Großteil bis 2008
Die Ballungsräume werden so zu digitalen "Inseln" in der österreichischen Fernsehlandschaft. Danach geht es ans Lückenschließen: Bis Ende 2008 sollen 90 Prozent aller heimischen Haushalte digitales Antennenfernsehen empfangen können, 2010 sollen es 95 Prozent sein. Dies entspricht der derzeitigen technischen Reichweite von analogem Antennenfernsehen.
ORF 1, ORF 2, ATVplus & Zusatzdienste
Der Multiplexer, kurz "Mux" genannt, ist schlicht ein Datenstrom, der von der ORS verteilt wird. Drei TV-Programme haben darin Platz: ORF 1, ORF 2 und ATVplus. Die übrige Kapazität wird für Zusatzdienste genutzt. Die ORS folge damit der Empfehlung der Behörde, so Wagenhofer: Technisch möglich gewesen wären auch vier TV-Programme, "aber das hätte die Bildqualität negativ beeinflusst, und Zusatzdienste wären nicht möglich gewesen".
Schwarze Bildschirme bei Haushalten ohne Decoder!
Dabei gehören doch eben diese Zusatzdienste zu jenen Features, mit denen die neue Technik den Konsumenten schmackhaft gemacht werden soll. Der Haken nämlich für Herr und Frau Österreicher: Für digitales Fernsehen braucht man einen eigenen Decoder, auch Set-Top-Box genannt. Und wenn das analoge Signal abgeschaltet wird, bleibt der Bildschirm in jenen Haushalten, die TV via Antenne empfangen, aber noch keine Box haben, schwarz. (APA/red)
