Dienstag, 21. Februar 2006

Exil-Tibeter rufen zum Google-Boykott auf:
Suchriese erhält über 50.000 Protest-Briefe

  • Kritik an zensierter Suchmaschinen-Version in China
  • Goolge wälzt Verantwortung auf die US-Regierung ab

Exil-Tibeter haben in Indien gegen die zensierte Google-Suche in China protestiert. Sie versammelten sich mit Plakaten in der nordindischen Stadt Dharmsala, wo die Exilregierung Tibets ihren Sitz hat. In 30.000 E-Mails wurden Internet-Nutzer in aller Welt aufgefordert, am Tag der Protestaktion die Google-Site zu boykottieren sowie die Leitung des Suchriesen mit Protestbriefen zu überhäufen. Über 50.000 Briefe seien bei Google in den letzten Tagen eingegangen.

Der Start der Google-Suche in China unter der chinesischen Domain google.cn ist auch international heftig kritisiert worden. Google und andere Unternehmen wie Yahoo und MSN mussten sich deshalb nun vor dem US-Kongress verantworten.

Google selbst hat die Verantwortung, zusammen mit Yahoo, Microsoft und Cisco auf die amerikanische Regierung abgewälzt, berichtet die Netzeitung. Die Unternehmen sagten, es sei nicht ihre, sondern die Aufgabe der Regierung, sich für die Menschenrechte in China einzusetzen. (APA/red)

21.2.2006 10:22