Anti-Dumping-Offensive: China wirft jetzt der EU-Kommission Protektionismus vor
- China werfe Lederschuhe nicht zu billig auf den Markt
- Auch Vietnam wäre von geplanten Zöllen betroffen
·EU-Schutzzölle auf Schuhe aus Asien?
EU-Kommissar ist dafür. Der Verband warnt davor!
Die Regierung in China hat die angekündigten Anti-Dumping-Zölle der Europäischen Union (EU) auf chinesische Lederschuhe als reinen Protektionismus verurteilt. China werfe seine Lederschuhe nicht zu Schleuderpreisen auf den europäischen Markt, beschwerte sich das Handelsministerium. Die Vorwürfe der EU-Kommission seien ungerechtfertigt.
Die EU-Kommission hatte zuvor bekannt gegeben, auf chinesische Lederschuhe Schutzzölle von bis zu 19,4 Prozent verhängen zu wollen. Als Grund nannten die Europäer staatliche Förderungen, die den chinesischen Schuhproduzenten geringere Kosten und damit niedrigere Preise ermöglichten.
Auch Vietnam ist von der Anti-Dumping-Offensive der EU-Kommission betroffen. So wollen die Europäer von April bis September ihre Schutzzölle auf vietnamesische Lederschuhe von vier Prozent auf 16,8 Prozent wegen staatlicher Interventionen anheben. Die Regierung in Hanoi wies die Vorwürfe ebenfalls als haltlos zurück. Vietnamesische Industrievertreter erklärten zudem, dass viele Schuhhersteller in Vietnam unter Verträgen mit westlichen Konzernen wie Adidas oder Nike stünden und daher keinen Einfluss auf Materialkosten und Verkaufspreise hätten.
Ein Vertreter der EU-Kommission in Vietnam sagte, die Europäer seien offen für Gespräche. Anfang März wolle eine EU-Delegation mit der vietnamesischen Regierung verhandeln. Er verwies jedoch darauf, dass lediglich 30 Prozent der vietnamesischen Schuhexporte von den Zöllen betroffen wären. Zudem seien die Zölle für Schuhe aus Vietnam niedriger als die aus China, was den vietnamesischen Herstellern einen klaren Wettbewerbsvorteil verschaffe. (apa/red)

