Streikwelle in Deutschland: Nun protestiert auch der öffentliche Dienst in Thüringen
- Tarifstreit: Sondierungen in Baden-Württemberg
- Ausstand in elf Bundesländern weiter fortgesetzt
In Deutschland hat die Streikwelle im öffentlichen Dienst einen neuen Höhepunkt erreicht. Wie die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di mitteilte, sind in elf deutschen Bundesländern Beschäftigte von Kommunen und Landesbehörden zum Ausstand aufgerufen. Neu hinzugekommen sei Thüringen. Unterdessen gibt es im Tarifstreit der baden-württembergischen Kommunen wieder Bewegung.
Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und der kommunale Arbeitgeberverband Baden-Württemberg kommen im kleinen Kreis zu Sondierungsgesprächen zusammen. "Wir müssen ausloten, wie eine Einigung ermöglicht werden kann", sagte ver.di-Verhandlungsführer Alfred Wohlfart. In den Kommunen kämpft ver.di für den Erhalt der Arbeitszeit von 38,5 Stunden in der Woche. Die Arbeitgeber wollen längere Arbeitszeiten. Der Arbeitskampf hatte in Baden-Württemberg am 6. Februar begonnen.
Die Arbeitgeber wollen vor einer Wiederaufnahme der Tarifgespräche für die rund 200.000 Beschäftigten der Gewerkschaft kein neues Angebot vorlegen. Die Kommunen hatten zuletzt eine Arbeitszeitverlängerung im Volumen von 39,7 Wochenstunden, die Schaffung von etwa 2.500 zusätzlichen Ausbildungsplätzen sowie eine Regelung zur Weiterbildung vorgeschlagen.
Auch in Thüringen wird gestreikt
In Thüringen legten erstmals rund 120 Beschäftigte des Landesrechenzentrums und des Straßenbauamtes ihre Arbeit nieder, wie ver.di mitteilte. In beiden Ämtern seien rund 200 Mitarbeiter beschäftigt, doch es habe keine Streikbrecher gegeben. Etwa 80 Beschäftigte hätten Urlaub genommen, sagte ver.di-Sprecherin Anne Voß.
Die Streikbereitschaft sei hoch. Der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus habe mit seiner Forderung nach einer bundesweit einheitlichen Arbeitszeit von 42 Stunden pro Woche noch einmal Öl ins Feuer gegossen und den Ton verschärft. In Thüringen kämpfe man um einen sicheren Tarifvertrag und um die Beibehaltung der 40-Stunden-Woche, sagte Voß.
(apa/red)

