Edelmetall im Snowboard-Parallel-RTL: Sigi Grabner holte sich die Bronzemedaille ab!
- "Endlich habe ich meine erste Olympia-Medaille"
- Nur Schweizer Schoch-Brüder waren noch schneller
Zumindest sportlich läuft es für Österreich bei den XX. Olympischen Winterspielen 2006 weiterhin wie am Schnürchen. Nach Medaillen in Ski alpin, Nordischer Kombination, Skispringen und Rodeln hat Snowboarder Siegfried Grabner für die 17. ÖOC-Medaille in Italien gesorgt. Der 31-Jährige carvte im Parallel-Riesentorlauf in Bardonecchia zu Bronze, für die rot-weiß-roten Snowboarder bedeutete dies die zweite Medaille nach Riesentorlauf-Bronze durch Brigitte Köck 1998 in Nagano.
Grabner musste sich lediglich den hochfavorisierten Schweizer Brüdern Philipp und Simon Schoch geschlagen geben. Das Familienduell um Gold ging an den 26-jährigen Titelverteidiger Philipp, sein um ein Jahr älterer Bruder Simon durfte sich mit Silber trösten. Einen Doppelsieg von Brüdern hatte es zuletzt 1984 gegeben, in Sarajevo hatte sich Phil Mahre olympisches Gold im alpinen Slalom vor Bruder Steve gesichert.
In Duell um Bronze gewann der Wahl-Andorraner Grabner das Duell der Routiniers gegen Mathieu Bozzetto. Der Franzose war im ersten Lauf des "kleinen Finales" zu Sturz gekommen, mit einer leichten Verletzung am linken Knie konnte er dann im zweiten Heat den Österreicher nicht mehr gefährden.
"Ich bin überglücklich. Endlich habe ich meine olympische Medaille. Ich bin extrem happy. Ich habe schon so gut wie alles gewonnen, nur bei Olympia hat es bisher noch nicht geklappt", jubelte der Sieger von u.a. neun Weltcup-Rennen und Parallel-WM-Gold 2003, der sich auch dreifacher "Lord of the Board" (1997 bis 1999) und zweifacher "Soulman" (1997, 1999) nennen darf.
Ausgerechnet die Startnummer 13 brachte Grabner - Markenzeichen ist der selbstgeflochtene Haarzopf - bei seiner dritten Olympiateilnahme Glück. Begonnen hatte alles um 10 Uhr mit den beiden Quali-Läufen. Grabner markierte die sechstbeste Zeit und schaffte damit souverän den Sprung ins Achtelfinale. Dort bezwang der Weltmeister 2003 den Schweden Richard Rikardsson, im Viertelfinale warf Grabner dann den Schweizer Heinz Inniger überraschend klar aus dem Medaillenrängen.
Erst im Halbfinal-Duell mit dem späteren Olympiasieger Philipp Schoch war der Goldtraum vorbei, doch das Duell um Bronze war dann wieder eine klare Sache für den gebürtigen Kärntner.
Die restlichen drei Österreicher scheiterten spätestens im Achtelfinale. Für Alex Maier war Olympia nach einem Sturz im ersten Quali-Lauf schon nach sechs Toren quasi beendet. Für den in der Qualifikation besten Österreicher, Andreas Prommegger, kam im Achtelfinale gegen Bozzetto das Aus, für Harald Walder gegen Inniger. (apa/red)
