Dienstag, 21. Februar 2006

"Das war's noch nicht!": Super-G-Bronzene Alexandra Meissnitzer will weitermachen

  • Erleichterung über Nicht-Karriereende beim ÖSV
  • Glücklich: "Bin eh Weltmeisterin in vierten Plätzen"

Alexandra Meissnitzer hat am Montag in San Sicario ihre sechste Medaille gewonnen, die dritte bei Olympia. Während aber Michaela Dorfmeister nach dieser Saison ihre Karriere beendet, muss man keine Angst haben, mit der ebenfalls 32-jährigen Salzburgern ein weiteres "Golden Girl" zu verlieren. "Ich hab's vor der Saison davon abhängig gemacht, wie es läuft. Ich habe das Gefühl, das war's noch nicht. Ich glaube, da kommt noch etwas", sagte die Abtenauerin nach Bronze im Super G.

Meissnitzer sprach damit die bittere Zeit nach ihrer schweren Verletzung 1999 an. "Ich habe dadurch gut drei Jahre verloren. Jetzt bin ich endlich fit und habe gutes Material. Also käme ein Rücktritt noch zu früh", machte die Abtenauerin klar, dass man sie auch im kommenden WM-Winter weiter auf den Weltcuppisten sehen wird. Auch Renate Götschl (30) hatte in San Sicario angedeutet, dass sie im Gegensatz zu Dorfmeister weiterfahren wird.

Erleichterung: "Bin eh Weltmeisterin in vierten Plätzen"
Auch Meissnitzer hatte bei ihren letzten Spielen alles unternommen, um das fehlende Olympiagold zu holen. "Ich wusste, es war meine letzte Chance und dass es im Super G nicht viele gibt, die besser sind", gestand "Meisi". "Dass ich es dann mit meinen 60 Kilo geschafft habe, ist beachtlich", lobte sich die Abtenauerin schmunzelnd selbst. Drei Hundertstel vor der Überraschungs-Vierten Kelly Vanderbeek aus Kanada waren freilich eine knappe Sache. "Tut mir Leid für sie, aber ich bin eh Weltmeisterin in vierten Plätzen", so Meissnitzer.

Dass mit Götschl und Meissnitzer zwei der drei Speed-Routiniers im Team bleiben, ließ auch Damenchef Herbert Mandl aufatmen. "Es hätte ja auch sein können, dass alle drei gleichzeitig aufhören, sie sind alle über 30. Dann würden wir aber alt aussehen, denn alle unsere Speed-Talente liegen verletzt daheim", sagte Mandl. Doppelolympiasiegerin Dorfmeister werde er aber deshalb nicht überreden, weiterzumachen. "Es ist das Größte, wenn es einem vergönnt ist, so aufzuhören. Ich denke nicht einmal daran, die Michi umzustimmen."
(apa)

21.2.2006 11:16