GAK schickt Rapid punktelos nach Wien: Grazer triumphieren über schwachen Meister
- Austria kommt gegen Sturm über ein 0:0 nicht hinaus
- Admira schlägt Pasching, Mattersburg siegt über Ried
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Bullen jetzt punktegleich hinter Leader Austria
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Die Wiener Austria hat es in der 24. Runde der Bundesliga verabsäumt, den Vorsprung auf den Titelkonkurrenten Red Bull Salzburg weiter zu vergrößern. Die Wiener mussten sich gegen Sturm Graz mit einem torlosen Remis zufrieden geben. Neuer Dritter ist der GAK, der Meister Rapid mit einem 3:1-Heimsieg im direkten Duell überholte. Mattersburg kehrte mit einem 3:1 gegen Ried nach fünf Niederlagen in Serie auf die Siegerstraße zurück. Die Burgenländer hielten damit den Abstand zu Schlusslicht Admira bei zehn Punkten konstant, denn die Niederösterreicher sorgten beim Debüt des Trainerduos Baumgartner/Baumeister mit einem 3:0-Erfolg beim FC Superfund Pasching für die Überraschung der Runde.
Der GAK war dem noch regierenden Meister aus Wien erstmals in dieser Saison klar überlegen und gewann nach einer guten ersten und starken zweiten Hälfte hoch verdient mit 3:1 (0:1). Rapid, schon vor der Pause schwächer, verschwand nach Seitenwechsel fast völlig von der Bildfläche und war mit dem Ergebnis noch gut bedient.
Gegen den Spielverlauf gingen die Wiener in der 43. Minute überraschend in Führung. Zunächst verschätzte sich Hieblinger bei einem hohen Ball, dann düpierte Kincl Ehmann und schoss überlegt zu seinem zehnten Saisontor ein. Die Hausherren hatten ihre beste Szene bei einem 24-m-Schuss von Junuzovic, den Payer über die Latte drehte (35.). Allerdings hätte es auch einen Elfer für sie geben müssen, als Markus Hiden Kollmann von hinten attackierte.
Nach Seitenwechsel spielte dann fast nur noch der in den Zweikämpfen überlegene GAK. Ein Tor von Kollmann (51.) wurde zunächst wegen vorangegangenen Abseits des Passgebers Skoro aberkannt (51.). Dann köpfelte Standfest genau auf Payer (53.), war aber zwei Minuten später erfolgreicher.
Nach einem Freistoß des Teamspielers kam der Ball über Umwege zu ihm zurück und er traf aus schrägem Winkel zum 1:1. Kopfballvorlagen von Muratovic (67.) und Skoro (70.) nützte Kollmann zu zwei Toren, das erste mit dem Kopf, das zweite (sein siebentes in der Saison) mit dem Fuß erzielt. Die Hausherren waren dem 4:1 in Folge näher als Grün-Weiß dem zweiten Tor.
Mit dem 3:1 wurde die tolle Heimserie des GAK prolongiert. Seit dem 28. November 2004 sind die Grazer in Heimspielen nunmehr 20 Spiele (15 Siege, fünf Remis) ungeschlagen.
Trostlos-torloses Remis der Austria gegen Sturm
Tabellenführer Austria Wien hat es verabsäumt, Verfolger Red Bull Salzburg weiter unter Druck zu setzten. Die Wiener mussten sich im Ernst Happel-Stadion gegen den bereits seit zehn Ligaspielen sieglosen SK Sturm Graz mit einem torlosen Remis zufrieden geben.
Der Leader blieb zwar auch im achten Spiel hintereinander ungeschlagen und ohne Gegentor, die Kreativität der zuletzt fünfmal in Serie siegreichen Wiener ließ bei Minusgraden und leichtem Schneefall aber zu wünschen übrig. Die Austria, bei der zum zweiten Mal hintereinander kein einziger Österreicher in der Anfangsformation stand, verlegte sich zu sehr auf das Spiel in die Breite, anstatt den direkten Weg zum Tor zu suchen.
Die wenigen gefährlichen Torszenen gingen vor der Pause vor allem vom durchsetzungsstarken Slowaken Sebo aus. Mörec rettete in der 2. Minute knapp vor der Linie, nach einer halben Stunde scheiterte die hängende Spitze per Kopfball. Ein Vachousek-Fernschuss (10.) und ein missglückter Mörec-Rückpass (12.) waren für Sturm-Keeper Szamotulski kein Problem. Papac verfehlte in der 39. Minute zudem einen Ceh-Freistoß.
Sturm stellte ohne den aus dem Vertrag ausgetretenen Spielmacher Mujiri nur wenig Gefahr für Austria-Schlussmann Joey Didulica dar, der nun schon seit 741 Minuten ohne Gegentor ist. Zuletzt hatte der Rapidler Marek Kincl den kroatischen Nationaltorhüter am 22. Oktober des Vorjahres im Wiener Derby bezwungen.
Sprechchöre für ausgeschlossenen Toni Polster
Nach der Pause erhöhten die Wiener zwar den Druck, zwingende Torszenen blieben aber weitgehend aus. Ceh fiel im Strafraum, ein Elferpfiff blieb aber aus (76.), ein Linz-Kopfball ging am Tor vorbei (85.). In der Nachspielzeit köpfelte Vachousek die größte Torchance an die Latte.
Die wenigen Fans vertrieben sich das an Höhepunkten arme Spiel unter anderem mit Sprechchören für die "ausgesperrte" Austria-Legende Toni Polster. Der größte Jubel kam in einem nur zu etwas mehr als einem Zehntel gefüllten Happel-Stadion, in dem auch Austria-Mäzen Frank Stronach fror, bezeichnenderweise in der 43. Minute auf - als der Dreifach-Triumph Österreichs im Olympia-Slalom der Herren durchgesagt wurde.
Admira sorgt für die Überraschung der Runde
Trainer-Effekt beim Schlusslicht: Beim Debüt des neuen Betreuer-Duos Hubert Baumgartner/Ernst Baumeister hat Nordea Admira den FC Superfund Pasching in Linz unerwartet hoch 3:0 (1:0) geschlagen. Die Admira machte mit dem Sieg drei wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg, mit 15 Zählern liegen die Rot-Schwarzen aber weiter zehn Punkte hinter den ebenso siegreichen Mattersburgern.
Pasching, das unter Neo-Trainer Andreas Heraf im Jahr 2006 noch kein Tor geschossen hat, bleibt Fünfter. Beim ersten Antreten der Südstädter nach der Winterpause (23. Runde wegen der schlechten Platzverhältnisse in der Südstadt verschoben) profitierten die Niederösterreicher von einer schwachen Leistung der Heimmannschaft.
In einer chancenarmen ersten Spielhälfte erzielte der Ex-Paschinger Michael Horvath vor den Augen von Admira-Präsident Majid Pishyar nach einer Bjelica-Ecke per Kopf die Führung (45.), kurz davor wollten die Südstädter ein Hands von Kovacevic im Strafraum gesehen haben. Beide Mannschaften trachteten sichtlich danach, die Defensive nicht zu vernachlässigen, in den Grundaufstellungen standen mit Gilewicz und Bule jeweils nur einzelne Spieler an vorderster Front.
Pasching blieb auch in den zweiten 45 Minuten ungefährlich, lediglich Joker Thomas Pichlmann (58.) vergab die Riesenchance auf den Ausgleich. Ein Geschenk von Pasching-Goalie Josef Schicklgruber brachte aber die Entscheidung: Dem Routinier rutschte an der Strafraumgrenze ein hoher Ball aus der Hand, Bjelica sagte "danke" und schob den Ball ins leere Tor (72.). Ein Eigentor von Ortlechner (78.), der eine Morgenthaler-Hereingabe von links im Stil eines Stürmers ins eigene Tor beförderte, sorgte für den Endstand.
Mörz schoss Mattersburg zum Sieg
Der SV Mattersburg hat nach fünf Niederlagen in Folge wieder einen vollen Erfolg gefeiert. Die Burgenländer bezwangen den SV Ried nach einem 0:1-Rückstand mit 3:1, behaupten damit ihren Zehn-Punkte-Vorsprung in der Tabelle auf Schlusslicht Admira. Michael Mörz traf zweimal und bereitete einen Treffer mustergültig vor.
Bei Mattersburg fehlte bei schwierigen Bedingungen (Schneefall) der Denker und Lenker im Mittelfeld, Kapitän Didi Kühbauer, wegen einer Gelbsperre. Der ehemalige Teamspieler fand in Michael Mörz aber würdigen Ersatz. Der 25-Jährige bereitete nicht nur den ersten Treffer der Gastgeber durch Thomas Wagner (37.) vor, sondern verwertete auch einen Elfmeter (59.) zum 2:1 und krönte seine ausgezeichnete Leistung in der Nachspielzeit mit seinem siebenten Saisontor zum 3:1-Endstand (98.).
Den besseren Start ins Spiel hatten jedoch die Innviertler erwischt, die durch Regisseur Herwig Drechsel in der 18. Minute in Führung gingen. Seo hob eine weite Flanke in den Strafraum der Hausherren, wo der Kapitän der Oberösterreicher volley zum 1:0 vollendete. Die Rieder, die nach der Absage der Auftaktpartie gegen Admira ihr erstes Spiel im Frühjahr bestritten, hatten in der ersten Hälfte auch weit mehr von der Partie, vergaben durch Kuljic (5., 17., 24.) aber gleich drei hochwertige Chancen.
Noch vor der Pause rächten sich die Nachlässigkeiten im Angriff der Gäste, als Thomas Wagner eine abgefälschte Hereingabe von Mörz aus kurzer Distanz zum Ausgleich verwertete. Nach dem Seitenwechsel steigerte sich Ersatz-Kapitän Michael Mörz und mit ihm die gesamte Mannschaft der Mattersburger. Ein Elfmeter (nach Foul an Mörz), den Schiedsrichter Stuchlik wegen zu frühen Hereinlaufens einmal wiederholen ließ, und ein Kontertor besiegelten den ersten Erfolg der Burgenländer nach fünf Niederlagen in Serie.
(apa/red)
