Freitag, 24. Februar 2006

Verheerendes Flammeninferno: Mindestens
54 Tote bei Fabriksbrand in Bangladesch

  • Feuerwehr brauchte Stunden um Brand zu löschen
  • Arbeiter sind in Panik aus den Fenstern gesprungen

Ein verheerender Brand in einer Textilfabrik in Bangladesch hat mindestens 54 Menschen das Leben gekostet. Von den mehr als 150 Verletzten mussten etwa 80 im Krankenhaus behandelt werden.

Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich rund 1.000 Menschen in der Fabrik, die meisten Frauen. Auch bei den meisten Opfern handelt es sich um Arbeiterinnen. Ministerpräsidentin Khaleda Zia wollte Opfer des Unglücks besuchen.

Polizisten, Soldaten und freiwillige Helfer durchsuchen weiter die Trümmer des dreistöckigen Fabrikgebäudes in der Nähe der Hafenstadt Chittagong nach möglichen Opfern. Die Feuerwehr brauchte drei Stunden, um den Brand unter Kontrolle zu bringen.

Nach Angaben der Feuerwehr hatte das Gebäude nur einen Hauptausgang, die Arbeiterinnen und Arbeiter mussten eine lange Treppe hinablaufen, um sich in Sicherheit zu bringen. Viele retteten sich durch einen Sprung aus dem Fenster, wie Augenzeugen berichteten.

In der vor zwei Jahren errichteten Fabrik wurden Textilien für den Export gefertigt, vor allem in die USA. Textilien sind die wichtigste Exportware von Bangladesch. Viele der rund 2.500 Textilfabriken wurden unter Missachtung geltender Bauvorschriften oder Sicherheitsstandards errichtet. Gewerkschaften beklagen immer wieder, dass Notausgänge und Feuerlöscher fehlen. Bei zwei Unglücken im vergangenen Jahren wurden 95 Menschen getötet. (apa)

24.2.2006 08:41