Obskure Anschuldigungen von syrischer Zeitung: "Israel hat Vogelgrippe entwickelt"
- "Araber sollen auf spezifische Weise getötet werden"
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Die syrische Regierungszeitung "Al-Thawra" ("Revolution") hat Israel verdächtigt, das Vogelgrippe-Virus entwickelt zu haben, um die Gene seiner arabischen Nachbarn zu schädigen. Um die Welt in die Irre zu führen, sei der Erreger zuerst in Ostasien in Umlauf gebracht worden, schrieb das Blatt. Unterdessen warnt die WHO vor einer Vogelgrippe-Pandemie und die Raben des Londoner Towers wurden weggesperrt.
"Al-Thawra" begründete seinen Verdacht mit dem Hinweis auf einen 1998 in der "Sunday Times" erschienen Artikel, in dem behauptet wurde, Israel entwickle eine "ethnische Bombe", die Araber, aber keine Juden töten würde. Laut "Times" würden israelische Wissenschaftler versuchen, die für Araber charakteristischen Gene zu identifizieren, um diese dann mit einem spezifischen Virus anzugreifen. Das Programm werde vom Biologischen Forschungsinstitut Nes Tsiona bei Tel Aviv ausgeführt.
"Heute ist die Frage, ob es sich bei dem von den Zionisten für ihre 'ethnische Bombe" gewählten Virus um die Vogelgrippe handelt", schrieb "Al-Thawra" . Israel habe 85.000 infizierte Vögel im Westjordanland begraben. Dies könnte zur Ansteckung eines Palästinensers aus Jerusalem mit der Vogelgrippe geführt haben. "Auch wenn das Virus so modifiziert sein sollte, dass es nur die Gene der Araber spezifisch angreift, wird es sich über die arabische Welt hinaus verbreiten und zu einer unkontrollierbaren Pandemie werden", warnte das Blatt.
WHO warnt vor Pandemie
Mit der Dauer der Vogelgrippe wächst nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation WHO die Gefahr einer Pandemie unter Menschen. Je länger das Virus existiere, desto "mehr Chancen" gebe es, "auf den Menschen überzugehen", sagte der Leiter des WHO-Influenza-Programms, Klaus Stöhr. "Wenn dieses Virus sich verändert, haben wir nichts in der Hand, um den weltweiten Zug hinauszuzögern." Nach drei Monaten wären dann alle Kontinente davon betroffen, sagte Stöhr.
Deutsche Politikerin überlegt Absage der Fußball-WM
Im Falle einer Pandemie müsste nach Ansicht der Vorsitzenden des Agrarausschusses im deutschen Bundestag, Bärbel Höhn, vermutlich auch die Fußball-WM abgesagt werden, wie die Grünen-Politikerin im selben Sender sagte. Stöhr sagte dazu, dies sei "keine Schwarzmalerei". Sollte während der Fußball-WM in Deutschland eine Pandemie ausbrechen, "muss man sich ganz genau überlegen was man tut".
Zahlreiche weitere Fälle in Deutschland
Die Zahl der mit dem gefährlichen H5N1-Virus infizierten Wildvögel in Deutschland hat sich auf insgesamt 103 erhöht. Neben den zwei auf dem vorpommerschen Festland infizierten Tieren stellte das Riemser Institut für Tiergesundheit bei weiteren 18 Schwänen, drei Kanadagänse sowie ein Mäusebussard das tödliche Virus fest. Alle neuen Befunde stammen von der Insel Rügen, die meisten aus dem Bereich der Wittower Fähre. Das Institut will jetzt verstärkt tote Tiere vom Festland untersuchen.
Raben des Londoner Towers unter Hausarrest
Die legendenumwobenen Raben des Tower in London sind wegen der Vogelgrippe unter Hausarrest gestellt worden. Die Tower-Raben Baldrick, Bran, Branwen, Gundulf, Gwyllum, Hugine, Munin und Thor seien bis auf weiteres in eigens errichtete Volièren im Inneren der mittelalterlichen Burg gesperrt worden, sagte Raben-Meister Derrick Coyle. "Eigentlich haben wir es nicht gerne, wenn sich die Raben im Inneren des Tower aufhalten, aber wir glauben, dass wir sie so am besten vor dem Virus schützen können", sagte Coyle. Es werde derzeit eine Impfung der Schwarzvögel geprüft. "Unseren Raben werden wir derweil so viel Pflege und Aufmerksamkeit zukommen lassen, wie sie benötigen", versicherte der Raben-Meister.
Erste Fälle in Ungarn
Unterdessen breitet sich die Vogelgrippe europaweit aus. Ungarn bestätigte laut AFP erste Vogelgrippe-Fälle. So wurde das Virus bei drei in der vergangenen Woche gefundenen wilden Schwänen aus Südungarn nachgewiesen. Die slowakischen Behörden meldeten der EU-Kommission ebenfalls erstmals bestätigte Fälle bei Wildvögeln. Auch ein auf einer kroatischen Insel tot gefundener Schwan trug das Virus in sich. Auch die Zahl der mit dem gefährlichen H5N1-Virus infizierten Wildvögel in Deutschland hat sich rasant auf über 100 erhöht.
(apa/red)
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