Wilde Verfolgungsjagd durch Wien: Zwei Georgier bei Schießerei mit Polizei verletzt
- Beamte wollten Wagan anhalten, Fahrer raste davon
- Einer der Verletzten in Wirbelsäule und Kopf getroffen
Eine filmreife Verfolgungsjagd haben drei mutmaßliche Einbrecher der Polizei in Wien-Landstraße und in der Innenstadt geliefert. Nach Abgabe mehrerer Schüsse wurde der Fluchtwagen des Trios, ein BMW, gestoppt. Zwei der Verdächtigen - es dürfte sich um Georgier handeln - wurden schwer verletzt, der dritte festgenommen. Ein Beamter der Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (WEGA) konnte sich nur durch einen Sprung auf die Motorhaube eines Streifenwagens retten.
Die Polizei hatte mehrere Gebäude im Botschaftsviertel im Bezirk Landstraße überwacht. Oberst Roland Frühwirth von der die Ermittlungen leitenden Kriminaldirektion 1 zur APA: "Immer wieder ist es dort zu Einbrüchen gekommen." Die Exekutive sollte Personen, die ihr auffielen, anhalten und kontrollieren. Kurz nach 12.00 Uhr kamen die zur Überwachung eingesetzten Beamten diesem Auftrag nach: Sie entdeckten an der Ecke Reisnerstraße/Strohgasse einen BMW, der auf einen Georgier zugelassen war, mit drei Insassen. Den Beamten kam der Wagen verdächtig vor. Sie verständigten einen Sektorstreifenwagen der WEGA, der die Personen in dem Auto perlustrieren sollte.
Doch der Lenker gab Gas, als die Polizisten den BMW aufhalten wollten. Die wilde Verfolgungsjagd ging teils gegen Einbahnen zunächst zum Heumarkt, wo die Beamten bei einer Tankstelle erneut versuchten, den Wagen zum Stoppen zu bringen. Die Verdächtigen rammten auf der Flucht das Auto einer Frau, die jedoch unverletzt geblieben sein dürfte.
In weiterer Folge ging es über den Ring zur Dominikanerbastei, wobei es zu weiteren Kollisionen mit Fahrzeugen kam. Über den Kai fuhren die Täter an der Urania vorbei und bogen auf der falschen Richtungsfahrbahn in die Vordere Zollamtsstraße ein, wo der Lenker die Kontrolle über sein Auto verlor. Der BMW geriet ins Schleudern, worauf der Sektorwagen das Fluchtfahrzeug rammte.
Einer der WEGA-Beamten stieg aus und wollte die Täter zum Aufgeben bewegen, indem er die Dienstpistole an die Scheibe des BMW hielt. Doch der Lenker gab erneut Gas und versuchte, den Polizisten niederzustoßen. Dieser rettete sich in letzter Sekunde auf die Motorhaube des Einsatzfahrzeugs. Die Verdächtigen brausten davon, der Uniformierte gab mehrere Schüsse auf den Wagen ab und traf zwei der mutmaßlichen Einbrecher. Frühwirth: "Es dürften fünf Kugeln gewesen sein, aber das muss noch überprüft werden." Das brachte das Auto schließlich zum Stehen, die Insassen gaben auf.
Die beiden Verletzten wurden ins Krankenhaus gebracht. Es bestand nach Angaben der Rettung keine Lebensgefahr. Ein Insasse wurde nach ersten Informationen an Hüfte und Schulter getroffen, ein zweiter an Wirbelsäule und am Kopf. Im Kofferraum des BMW entdeckten die Ermittler Einbruchswerkzeug, unter anderem massive Schraubenzieher.
Die Identität der beiden Angeschossenen ist den Ermittlern noch unbekannt. Bei dem Festgenommenen soll es sich um den 28-jährigen Tariel P. handeln, doch waren die Beamten bezüglich seiner Daten skeptisch. Neben dem Verdacht des Einbruchs ermittelte die Polizei auch wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. (apa)
