Samstag, 25. Februar 2006

Zweifache Mutter in Wien Brigittenau erstochen: Ehemann stellte sich der Polizei

  • Kinder wurden von Onkel in Obhut genommen

Nach der Bluttat an der 26 Jahre alten Türkin, die in der Nacht auf Samstag in Wien-Brigittenau durch ungefähr 20 Messerstiche in Brust und Bauch getötet worden war, sind am Sonntag Details zu dem Verbrechen bekannt geworden. Nach Angaben der Polizei hatte die zweifache Mutter ein jahrelanges Ehemartyrium durchlitten, ehe sie von ihrem um ein Jahr älteren Mann erstochen wurde. Der 27-Jährige sei im Wesentlichen geständig.

Kiraz K. war nach Angaben von Ermittlern schon vor Jahren mit ihren jetzt fünf und sieben Jahre alten Kindern, aber ohne ihren Mann aus der Türkei nach Österreich gekommen. Erst vor zwei Jahren sei Orhan K. gefolgt, hatte aber offenbar Schwierigkeiten, sich mit den Bedingungen in Wien zurechtzufinden. Geld verdiente er fallweise durch kleine Jobs, der Lebensunterhalt wurde von seiner Frau bestritten. Es kam zu Streitereien, die in Gewalttätigkeiten mündeten, die - von einer Ausnahme abgesehen - nicht nach außen drangen. Einmal schritt die Polizei zu einer Streitschlichtung ein.

Reibereien gab es auch zwischen K. und dem im selben Haus wohnenden Bruder seiner Frau und dessen Familie. Der junge Türke dürfte sich durch Vorwürfe, er sei nichts wert, gedemütigt gefühlt haben.

Auch am Freitagabend gab es eine Auseinandersetzung. Auslöser für die Bluttat könnte - so ein Ermittler - gewesen sein, dass sich die 26-Jährige ihrem Mann verweigerte. Er selbst sagte, dass er zunächst von seiner Frau mit einem Messer verletzt worden sei.

K. ging dann zu einer Polizeiinspektion, worauf die Beamten in die Wohnung des Paares fuhren. Unterdessen hatte auch der Bruder der Frau Rettung und Polizei alarmiert, nachdem die siebenjährige Tochter in ihre Wohnung gekommen war. Ihr fünf Jahre alter Bruder schlief noch, als die Polizisten eintrafen. Kiraz K. starb nach ihrer Einlieferung in das Lorenz Böhler-Krankenhaus.
(apa)

25.2.2006 16:23