Debatte um Uni-Zugang: Grüne können sich mit Quoten für Medizin langsam anfreunden
- Nicht aber mit Beschränkungen für andere Fächer
- Grünewald: Regelung mit EU-weit vorzeigbarem Wert
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Die Grünen können sich mit der von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) geplanten "Ausländer-Quote" für das Medizin-Studium mittlerweile einigermaßen anfreunden. Künftig sollen 75 Prozent der Plätze für Inhaber österreichischer Maturazeugnisse reserviert werden, 20 Prozent für Inhaber von Reifeprüfungszeugnissen aus anderen EU-Staaten und fünf Prozent für Nicht-EU-Bürger. Gegenüber dem Ist-Stand wäre das eine "gewisse Verbesserung", sagte der Grüne Bildungssprecher Kurt Grünewald.
Im Parlament zustimmen werden die Grünen der entsprechenden Gesetzesänderung nächste Woche aber nur, wenn nur über diesen Passus abgestimmt wird. Die ebenfalls weiter vorgesehenen Zugangsbeschränkungen in anderen Fächern (Publizistik, Psychologie, Biologie, Pharmazie, Veterinärmedizin, BWL) werden von den Grünen nämlich weiter abgelehnt. Hier handle es sich in Summe um 350 fehlende Studienplätze - und die müsse ein reiches Land wie Österreich ganz einfach zusätzlich finanzieren könne, sagte Grünewald. Ebenfalls abgelehnt wird von ihm, dass Zugangsbeschränkungen nicht nur in der Studieneingangsphase, sondern auch nach den einzelnen Teilabschnitten des Studium möglich sein sollen.
"Vorzeigbare" Quote
Beim Medizin-Studium stelle sich die Situation aber anders dar, da man hier kurzfristig "schwer lösbare Probleme" habe. Mit der 25 Prozent-Quote für ausländische Studenten habe Gehrer einen EU-weit "vorzeigbaren" Wert vorgeschlagen. Ob die Bestimmung EU-rechtlich halten wird, wollte Grünewald nicht beurteilen. Die EU-Kommission hatte zuletzt angedeutet, dass bei entsprechender Begründung durch Österreich wohl kein Einspruch erhoben werden dürfte.
Akademikerquote deutlich zu niedrig
Unabhängig von der Zugangs-Debatte gibt es für Grünewald an den Unis aber weiter auch andere gravierende Probleme. Im Vergleich zu anderen OECD-Staaten habe Österreich 100.000 Studenten zu wenig, die Hochschulzugangsquote und die Akademikerquote sei deutlich zu niedrig. Nötig sei eine Reform des Uni-Gesetzes 2002, ein deutlich höheres Budget, die Abschaffung der Studiengebühren und ein neues Dienstrecht.
Kritik an Gehrer übte Grünewald, weil diese zwei Uni-Studien des Instituts für Höhere Studien (IHS) unter Verschluss halte. Bei einer handle es sich um die Verwendung der Gelder innerhalb der Unis, bei der anderen um einen Budget-Vergleich mit anderen EU- und OECD-Ländern. Da man die Studien nicht veröffentliche, liege der Verdacht nahe, dass Österreichs Unis dem Vergleich mit anderen Ländern nicht standhalten könnten, so Grünewald. (apa)
