Dienstag, 21. Februar 2006

Lebensqualität der Patienten erhöht: Krebs-Behandlung auch beim Hausarzt möglich

  • Gilt für Infusionen und Schmerztherapie in Wien
  • Lange Wartezeiten und hohe Kosten so vermieden

Unkomplizierte Behandlungen für Krebspatienten sollen in Wien künftig auch von Hausärzten angeboten werden. Eine neue Kooperation von Fachzentren und niedergelassenen Medizinern wurde in Wien vorgestellt. Bisher war die Therapie in Österreich meist auf Spitäler beschränkt. Für Schmerztherapien oder Infusionen sei jedoch kein stationärer Aufenthalt notwendig.

Dies soll auf Hausärzte ausgelagert werden und so Kosten senken und die Lebensqualität des Patienten erhöhen. Rund 250 Hausärzte in Wien bieten das Service künftig an. Lange Wartezeiten in Spitälern und weite Anfahrtswege können so vermieden werden, sagte Wolfgang Halbritter, Facharzt für Onkologie.

Laut einer Befragung unter 258 Patienten stehen 85 Prozent diesem Modell positiv gegenüber. Sie würden es besonders schätzen, immer vom selben Mediziner betreut zu werden - in Fachzentren sei das oft nicht möglich. Eine Verbesserung der Lebensqualität könne auch auf den Genesungsprozess positiv einwirken, sagte Ekkehard Büchler von der Selbsthilfegruppe Prostatakrebs.

Therapien beim Hausarzt seien bei jenen Krebsarten möglich, bei denen sich Metastasen in Knochen bilden - allen voran Brustkrebs, sagte Ernst Kubista, Vorstand der Gynäkologie am AKH Wien. Chemotherapie bleibe weiterhin in der Hand der Experten. "Wir wollen keine Onkologen werden", stellte Barbara Degn, Wiener Allgemeinmedizinerin, klar. Fachärzte werden dem Patienten lediglich niedergelassene Mediziner vorschlagen, die Krebstherapien in der Nähe des Wohnorts des Patienten anbieten. Der Betroffenen könne jedoch selbst entscheiden, wo er sich besser aufgehoben fühlt. (apa/red)

21.2.2006 14:01