Keine Chance mehr für Pädophile: Neue Software spürt nun Kinderpornos im Web auf
- Tool unterscheidet Gesichter von Kids & Erwachsenen
- EU fördert Programm europäischer Rechtsmediziner

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Regierung will Besitz von Bildern strafbar machen
Im Kampf gegen Kinderpornografie haben europäische Rechtsmediziner ein weltweit einzigartiges Computerprogramm zur Altersbestimmung von Gesichtern entwickelt. Der binnen eines Jahres entwickelte Prototyp könne bereits sehr zuverlässig Kinder von Jugendlichen und Erwachsenen unterscheiden, berichtete Professorin Stefanie Ritz-Timme vom Düsseldorfer Institut für Rechtsmedizin.
Ziel sei eine einsatzfähige Software, die automatisch die riesigen Bild-Datenmengen sichtet, die von Ermittlern immer wieder beschlagnahmt werden. "Die Ermittler werden von Bildmaterial überflutet und haben großes Interesse an dem Programm", sagte die Rechtsmedizinerin. Das Projekt werde von der Europäischen Union gefördert und vom Bundeskriminalamt begleitet.
Unterscheidung dauert nur zwei Sekunden
Der Prototyp sei von den Praktikern bereits sehr gelobt worden. Pro Bild benötige der Computer zwei Sekunden, um ein Gesicht nach Alter zu klassifizieren. So könne illegale Kinderpornografie auch in großen Bild-Datenbanken schnell und automatisch von nicht strafbarer Pornografie unterschieden werden. Das Programm solle dabei selbstständig Gesichter suchen und nach Alter klassifizieren.
EU fördert Programm
Für das anthropologische Datenraster wurden die Gesichtszüge von 600 Kindern in Deutschland, Italien und Litauen fotografiert und vermessen. Für die Weiterentwicklung des Programms sollen nun weitere 1.650 Kinder und Jugendliche fotografiert werden. Die 550 Probanden aus Deutschland werden an Schulen im Raum Düsseldorf gesucht. An den Forschungen sind Rechtsmediziner und Anthropologen aus Düsseldorf, Bochum, Mailand (Italien) und Vilnius (Litauen) beteiligt. Parallel dazu wird auch an der Täteridentifikation anhand von Bildern aus Überwachungskameras gearbeitet. Beide Projekte, an denen auch ein Bochumer Unternehmen für biometrische Messungen beteiligt ist, werden von der EU mit einer Million Euro gefördert. (APA/red)
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