"Level der Folter erreicht": UNO-Ermittler Nowak fordert Schließung von Guantanamo
- Schockbericht der UNO-Menschenrechtskommission
- Gefangene in Isolationshaft, Schändung des Korans
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2/3-Mehrheit mit 280-Ja- Stimmen knapp erreicht
·Guantanamo-Kritik wird immer lauter
UN gegen USA. Tony Blair
spricht von "Anomalie"
·UNO-Ermittler Nowak:
Folter in Guantanamo
Schließung des US-Lagers
auf Kuba gefordert
Der UNO-Berichterstatter über Folter, Manfred Nowak, fordert die Schließung des US-Hochsicherheitslagers Guantanamo auf Kuba. "Das Pentagon hat bestimmte Verhörmethoden in Guantanamo autorisiert, die in ihrer Kombination von internationalen Organisationen als Folter oder zumindest unmenschliche Behandlung qualifiziert wurden", sagte Nowak.
"Darunter fällt, dass Gefangene extremen Temperaturen ausgesetzt werden, oder auch die lange Isolationshaft", so Nowak. "Wir haben mit einem Häftling gesprochen, der eineinhalb Jahre von den anderen komplett isoliert war. Bei der Zwangsernährung von Hungerstreikenden habe ich gesagt, dass, wenn die Vorwürfe stimmen sollten, die Art und Weise der Zwangsernährung den Level der Folter erreicht."
In dem noch nicht veröffentlichten Bericht der UNO-Menschenrechtskommission über Guantanamo ist laut "Standard" auch von der Verletzung religiöser Gefühle die Rede. Nowak: "Das Ganze hat sicher nie die Ausmaße von Abu Ghraib erreicht, zum Teil sind die Sachen auch bekannt, etwa die Verunglimpfung des Koran. Das waren auch nicht viele Fälle. Aber generell hatten die Leute das Gefühl, dass sie als Muslime diskriminiert wurden. Da wiederum haben wir andere Informationen von den USA: Die Religionsfreiheit werde respektiert, etwa beim Essen. Aber es kam auch zu sexuellen Verhörpraktiken durch weibliches Personal."
"Ich sehe keine Notwendigkeit für dieses Lager", meinte Nowak, "es widerspricht dem Völkerrecht. Die logische Konsequenz daraus ist, dass die Leute freigelassen werden müssen. Außer, man hat genug Beweise, um sie als Terroristen zu verurteilen. Aber die Zeit, diese Beweise zu sammeln, war inzwischen schon lange genug."(apa/red)
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