Vogelgrippe breitet sich weiter aus: Neue Herde in Rumänien und Verdacht in Ungarn
- Dagestan: 345.000 Hühner in Russland verendet
- EU stärkt nationale Kontrollprogramme finanziell
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Die Vogelgrippe breitet sich weiter aus: An der rumänischen Schwarzmeerküste bei Constanta wurde ein neuer Infektionsherd festgestellt, Verdachtsfälle gibt es auch in Südungarn. In der russischen Teilrepublik Dagestan sind nach Angaben der Behörden vom Donnerstag bereits vor zwei Wochen hunderttausende Hühner an Vogelgrippe verendet.
Im Irak ist zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen Vogelgrippe-Alarm ausgerufen worden, diesmal für die südöstliche Provinz Misan. Alle Hühner in der Region sollen getötet werden. Mitte Jänner war eine junge Frau aus dem Dorf Rania im Norden des Landes gestorben, die mit dem Virus H5N1 infiziert war.
Nach der Feststellung des H5-Vogelgrippe-Virus an drei verendeten Schwänen im südungarischen Komitat Bacs-Kiskun hat die Regierung Schutzmaßnahmen eingeleitet. Weitere Untersuchungen im EU-Referenzlabor in Weybridge bei London sollen feststellen, ob es sich bei dem Virus auch um den für den Menschen gefährlichen Typ H5N1 handelt.
Nach dem Auftreten der Vogelgrippe auf der deutschen Insel Rügen haben die dortigen Behörden dringend um Hilfe gebeten. Er habe viel zu wenige Kapazitäten, um die toten Vögel in seinem Verantwortungsbereich einsammeln zu lassen, sagte der Leiter des betroffenen Amts Nordrügen, Karl-Heinz Walter. Die deutsche Regierung rechnet mit weiteren Fällen von Vogelgrippe unter den tot an der Ostsee aufgefundenen Wildvögeln. Bei einer Debatte im Bundestag warf die Opposition den Behörden vor, zu langsam auf die ersten Funde verendeter Schwäne reagiert zu haben. In Deutschland gilt ab morgen, Freitag, Stallpflicht. In Liechtenstein tritt eine derartige Maßnahme am Montag in Kraft.
Zwei neue H5N1-Fälle in Griechenland
Zwei in der Nähe der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki verendeten Schwäne waren mit dem gefährlichen Vogelgrippevirus H5N1 infiziert. Das teilte das griechische Landwirtschaftsministerium mit. Es sind der fünfte und sechste bekannte Vogel in Griechenland, bei denen das Virus nachgewiesen wurde. In den vergangenen sechs Tagen war das Virus bei drei Schwänen im Norden des Landes sowie bei einer Wildgans auf der Insel Skyros festgestellt worden, berichtete das staatliche Fernsehen (NET).
Europa rüstet im Kampf gegen Vogelgrippe
Nach den ersten Vogelgrippe-Fällen im Herzen Europas rüsten die Regierungen im Kampf gegen die Geflügelseuche auf. Die EU-Kommission bewilligte am Mittwoch mehr als 1,9 Millionen Euro zusätzliche Unterstützung für nationale Kontrollprogramme. Die EU-Landwirtschaftsexperten sprachen sich in Brüssel zudem für strengere Importverbote aus. Zahlreiche europäische Regierungen wiesen Landwirte an, ihr Geflügel nicht mehr im Freien zu halten.
Bei den von der EU unterstützten nationalen Programmen sollen nach Angaben von EU-Sprecher Philip Tod rund 60.000 Wildvögel und 300.000 Haus- und Nutztiere getestet werden. Die Programme sollten zunächst vom 1. Februar bis Ende des Jahres laufen.
"Wir müssen dafür sorgen, dass die Vogelgrippe nicht zur Epidemie in Europa wird", mahnte Gudjon Magnusson von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwoch bei einem Besuch in der Ukraine. Er wies darauf hin, dass bereits in fünf Ländern im Osten Europas zahlreiche Fälle von Vogelgrippe bei Geflügel aufgetreten seien.
Dänemark forderte alle Bauern auf, ihr Geflügel in die Ställe zu holen, um Kontakt mit möglicherweise infizierten Wildvögeln zu verhindern. Auch Schweden ordnete Stallpflicht an, ebenso verbot Norwegen die Freilandhaltung im Süden des Landes. Auch die Schweiz verhängte ab kommenden Montag eine landesweite Stallpflicht für Geflügel, Frankreich ordnete ebenfalls eine landesweite Stallpflicht an. In Fällen, wo dies nicht möglich sei, müssten die Tiere zumindest geimpft werden, erklärte Landwirtschaftsminister Dominique Bussereau.
(apa/red)
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