Erste Goldmedaille für Österreich: "Dorfi" holt Abfahrtssieg vor Schild (Sui) & Pärson (Swe)!
- Freudentränen bei Siegerin, Götschl undankbare 4.
- Meissnitzer enttäuschende 11., Görgl ausgeschieden
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Michaela Dorfmeister hat am Mittwoch die erste Goldmedaille für Österreich bei den XX. Olympischen Winterspielen in Turin gewonnen. Die 32-jährige Favoritin aus Niederösterreich gewann in San Sicario die Abfahrt 0,37 Sek. vor der Sensations-Zweiten Martina Schild aus der Schweiz sowie 0,64 vor der Schwedin Anja Pärson und holte damit 26 Jahre nach Annemarie Moser Pröll wieder Abfahrtsgold nach Österreich. Renate Götschl verpasste als Vierte eine weitere Medaille hauchdünn.
"Ich pack es nicht", sagte Dorfmeister, bevor sie bei der Siegerehrung die linke Hand am Herzen und die rechte vor den Mund hielt, um während der Bundeshymne die Tränen im Zaum zu halten. Eingepackt hatte sie an diesem Tag auf der längsten Damen-Abfahrtsstrecke der Welt dafür mit einer Fabelfahrt den Rest der Welt.
Während viele bei Wind und anfangs diffuser Sicht mit den Wellen und Rippen auf der über drei Kilometer langen Olympique Fraiteve ihr liebe Not hatten, fuhr Dorfmeister mit Startnummer 23 wie auf Schienen und vor den Augen ihrer Eltern und ihres Lebensgefährten Andreas das Rennen ihres Lebens. "Eine nahezu perfekte Fahrt", lobte auch Cheftrainer Herbert Mandl.
Dorfmeister mit einer "Wahnsinnsfahrt"
Im Ziel hatte Dorfmeister zunächst über eine Sekunden Vorsprung. "Ich dachte nur wow, denn genau das hatte ich mir gewünscht. Mir war sofort klar, dass es eine Wahnsinnsfahrt gewesen sein muss, deshalb habe ich gleich gejubelt", schilderte Dorfmeister ihre Gefühle. Als gleich danach Götschl trotz einer fast fehlerfreien Fahrt deutlich zurückblieb, war eine Medaille fast schon Gewissheit.
Sensationsmädchen Martina Schild - die 24-jährige Enkelin der 48er-Olympiasiegerin Hedy Schlunegger hatte sich in der internen Qualifikation durchgesetzt und im Weltcup noch keinen Podiumsplatz erreicht - fuhr dann noch auf Platz zwei und letztlich lag es nur noch an Anja Pärson. Die mit Nummer 29 fahrende Schwedin führte auch bis zur vierten Zwischenzeit zum Teil klar, dann kam sie aber fast zu Sturz und verlor viel Zeit.
Götschl als "Josef des Tages"
Zuwenig, sonst hätte sie nicht Götschl noch um 7/100 Sekunden vom Podest gestoßen. "Einer muss ja Vierter werden. Heute bin ich der Josef des Tages", gab sich die medaillenlose "Speed Queen" aber überraschend gefasst. "Ich bin ein gutes Rennen gefahren und wüsste nicht, was ich anders machen hätte sollen", sagte die Steirerin. "Mir war gleich klar, dass das knapp wird. Deshalb hänge ich mich aber jetzt nicht auf. Ich habe alles probiert", so Götschl, die von Freund Hannes mit Worten und einem Kuss getröstet wurde. "Renate hat nichts falsch gemacht", war auch Abfahrtstrainer Jürgen Graller überzeugt.
Alexandra Meissnitzer hatte als 8. mit der Medaillenentscheidung nichts zu tun. "Ich habe alles gegeben, das Licht war dieser Zeit aber nicht wirklich optimal", seufzte die Salzburgerin. Unmittelbar nach ihr war Olympia-Debütantin Elisabeth Görgl gestürzt. Die Steirerin blieb unverletzt, ihr Kombi-Startplatz wackelte danach aber bedenklich. Weltmeisterin Janica Kostelic (CRO) war wegen eines Schwächeanfalls nicht gestartet. Die trotz ihrer schweren Trainingsstürze fahrenden Lindsey Kildow (8.) und Titelverteidigerin Carole Montillet (28.) spielten keine Rolle.
| Ergebnisse der Olympia-Damen-Abfahrt | ||||
| 1. | Michaela Dorfmeister | AUT | 1:56,49 Min. | |
| 2. | Martina Schild | SUI | 1:56,86 | +0,37 |
| 3. | Anja Pärson | SWE | 1:57,13 | +0,64 |
| 4. | Renate Götschl | AUT | 1:57,20 | +0,71 |
| 5. | Nadia Styger | SUI | 1:57,62 | +1,13 |
| 6. | Petra Haltmayr | GER | 1:57,69 | +1,20 |
| 7. | Julia Mancuso | USA | 1:57,71 | +1,22 |
| 8. | Alexandra Meissnitzer | AUT | 1:57,78 | +1,29 |
| . | Lindsey C. Kildow | USA | 1:57,78 | +1,29 |
| 10. | Nadia Fanchini | ITA | 1:57,84 | +1,35 |
| 11. | Chemmy Alcott | GBR | 1:57,85 | +1,36 |
| 12. | Fränzi Aufdenblatten | SUI | 1:57,96 | +1,47 |
| 13. | Lucia Recchia | ITA | 1:58,30 | +1,81 |
| 14. | Sylviane Berthod | SUI | 1:58,36 | +1,87 |
| 15. | Marie Marchand-Arvier | FRA | 1:58,39 | +1,90 |
| 16. | Ingrid Jacquemod | FRA | 1:58,46 | +1,97 |
| 17. | Janette Hargin | SWE | 1:58,53 | +2,04 |
| 18. | Jessica Lindell-Vikarby | SWE | 1:58,56 | +2,07 |
| 19. | Stacey Cook | USA | 1:58,70 | +2,21 |
| 20. | Emily Brydon | CAN | 1:58,97 | +2,48 |
| 21. | Kirsten L. Clark | USA | 1:59,07 | +2,58 |
| 22. | Nike Bent | SWE | 1:59,17 | +2,68 |
| 23. | Dagny I. Kristjansdottir | ISL | 1:59,43 | +2,94 |
| 24. | Kelly Vanderbeek | CAN | 1:59,63 | +3,14 |
| 25. | Petra Robnik | SLO | 1:59,66 | +3,17 |
| 26. | Shona Rubens | CAN | 2:00,30 | +3,81 |
| 27. | Sherry Lawrence | CAN | 2:00,47 | +3,98 |
| 28. | Carole Montillet-Carles | FRA | 2:01,03 | +4,54 |
| 29. | Elena Fanchini | ITA | 2:01,06 | +4,57 |
| 30. | Carolina Ruiz-Castillo | ESP | 2:01,09 | +4,60 |
(apa/red)
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