Formel-1-Machtkampf: Renault-Teamchef Briatore schert aus Hersteller-Riege aus
- Italiener schlägt sich auf Seite von Ecclestone & FIA
·Renault entscheidet
"von Jahr zu Jahr"
Team lässt Pläne für Zukunft in F1 weiter offen
Renault-Teamchef Flavio Briatore hat sich im Streit um die Zukunft der Königsklasse des Motorsports auf die Seite von Bernie Ecclestone und FIA-Präsident Max Mosley geschlagen. "Wer in einem vernünftigen Kostenrahmen fahren will, bleibt in der Formel 1", sagte der Italiener in der am Freitag erscheinenden Formel 1-Sonderbeilage des Magazins "auto, motor und sport". "Wir alle sollten eines bedenken: Es hat Jahre gedauert, um so etwas wie die Formel 1 aufzubauen. Es reicht aber lediglich eine Saison, um sie zu zerstören."
Mit dem Weltmeister-Team schert nun auch das erste Hersteller-Team aus der Vereinigung GPMA aus, die eine eigene Rennserie geplant hat. Neben Renault gehören BMW, Mercedes, Toyota und Honda zu dem Zusammenschluss, der bereits eine Einigung mit Formel-1-Boss Ecclestone signalisiert hatte. Letzter hatte zuletzt seine Vorstellungen geäußert, die Kosten in der Formel 1 derart zu senken, dass ein jährliches Budget von 50 Millionen Euro ausreicht, um ein Team zu führen.
Briatores Idee: "Der Idealzustand wäre, wenn man jedem Team 100 Millionen Dollar gibt. Der Job der FIA wäre dann, das Einhalten dieses Budgets zu kontrollieren." Wer zusätzliches Geld in die Saison stecke, müsse rausfliegen, meinte der Renault-Teamchef, der zudem vorschlug, den Freitag an Rennwochenenden als Testtermin zu nehmen. "Wir verbrennen Millionen, indem wir unter Ausschluss der Öffentlichkeit unsere Runden drehen", kritisierte Briatore diese "Verschwendung".
Für die Kritiker des bestehenden WM-Formates fand der streitbare Italiener deutliche Worte: "Die Leute in diesem Geschäft haben ein sehr kurzes Gedächtnis, und ihr Horizont hört beim eigenen Garagentor auf." Lediglich Mosley und Ecclestone haben seiner Einschätzung zur Folge das "ganze Bild im Auge".
(apa)
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