Herbert Hacker über ShanghaiTan in Wien: "Hakkasan-Verschnitt" für FORMAT getestet
- Lustlos zubereitete Teigtaschen & düsteres Ambiente
- Die schlechteste Kopie des welberühmten Hakkasan

·Herbert Hacker über das Graf Hunyady
Für FORMAT war er diese Woche zu Gast beim Graf
·Der Jungstar aus Shanghai im Ikarus
Herbert Hacker kostet für FORMAT Taube & Co
·Herbert Hacker über Tom's Restaurant
Für FORMAT war er diese Woche im schönen Melk
·Herbert Hacker über Mr. Lee für Eilige
Für FORMAT war er diese Woche zu Gast bei Mr.Lee
·Herbert Hacker über neues Do&Co in Wien
Für FORMAT war er diese Woche in Döner&Schöner
·Herbert Hacker über die Bar, die keine ist
Für FORMAT war er diese Woche Gast bei Gibson´s
·Griechischer Koch und Wein im Weibel 3
Herbert Hacker testete das Wirtshaus für Format
·FORMAT: Der Beste vom Naschmarkt
Herbert Hacker über das Theatercafé in Wien
·FORMAT über den Bauch des Architekten
Herbert Hacker zu Gast im Vineyard-Restaurant
Schamlose Kopien erfolgreicher Restaurants sind meist von vornherein eine Niederlage. Manchmal sogar eine niederschmetternde, wie das folgende Beispiel eindrucksvoll zeigt.Im Vorjahr sperrte in der Wiener Gumpendorfer Straße das Asia-Lokal ShanghaiTan auf. Die Betreiber dieser finsteren Kaschemme haben sich ganz offensichtlich vom Londoner Hakkasan beeinflussen lassen, ein Asia-restaurant der Superlative, das sogar weltweit zu den Besten dieser Art zählt.
Das Hakkasan, vom Ambiente her ein großer Wurf, wurde von einem französischen Stardesigner kreiert, in der Küche steht der ehemalige Küchenchef des Ritz Carlton in Singapur. Küche und Einrichtung sind im Hakkasan außergewöhnlich, in jeder Hinsicht wurden dort neue Maßstäbe gesetzt.
Zumutung
Das kann man vom Wiener ShanghaiTan nun wirklich nicht behaupten. Die Einrichtung ist wie beim Londoner Vorbild ziemlich dunkel, doch während im ungleich eleganteren Hakkasan eine durchdachte Lichtanlage die Sicht auf das Essen am Tisch ermöglicht, bleibt in der Wiener Kopie alles im Finsteren. Ein Umstand, der sich bei diesem Essen sogar als Vorteil erweist. Denn die diversen Dim-Sum-Bällchen, Hühner-und Fischspieße schmecken allesamt so elend fad und ungewürzt, dass es besser ist, man sieht sie nur schemenhaft. Derart lustlos zubereitete Teigtaschen und so genannte Glücksknödel, deren Verzehr alles andere als ein Glück ist, findet man selten. Jeder Vergleich mit dem Hakkasan ist für den dortigen Koch eine Zumutung.
Zu guter letzt
Bleiben also nur ein paar Drinks an der Bar sowie die Gewissheit, dass es kein Lokal der Welt verdient hat, so schlecht kopiert zu werden.
Adresse:
Name: ShanghaiTan
Adresse: 1060 Wien, Gumpendorfer Straße 9.
Tel.: 01/585 49 88
Öffnungszeiten: Mo-Do 18-2 Uhr, Fr-Sa 18-4 Uhr
Preise: von 3,50 bis 14 Euro

