Microsoft-Zugeständnisse eine Falle? EU und Free Software Foundation mit Bedenken
- US-Amerikaner stiehlt Windows-Quellcode: Haftstrafe
- Hacker könnten neue Sicherheitslücken entdecken

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Microsoft hat zugesichert, einen Teil des Windows-Quellcodes offenzulegen. Das werde möglicherweise nicht ausreichen, heißt es jetzt von Seiten der EU-Kommission. EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sieht die Zugeständnisse Microsofts im Monopolstreit skeptisch. Diese reichten möglicherweise nicht aus, sagte sie gegenüber der "Financial Times".
Microsoft will seinen Konkurrenten Zugriff auf einige Teile des Windows-Quellcodes gewähren. Damit werde man erstmals eine Dokumentation des Betriebssystems liefern, hatte der Konzern mitgeteilt, berichtet die Netzeitung. Kroes widerspricht dem allerdings: "Der Quellcode ist keineswegs eine umfassende Dokumentation", sagte Kroes. Die genaue Funktionalität aus dem Quellcode zu lesen, sei in der Regel sehr schwer. Deshalb müssten Entwickler in der Regel eine umfassende Dokumentation beilegen, sagte die EU-Kommissarin.
Zugeständnisse eine Falle?
Die Free Software Foundation (FSF) hält die Zugeständnisse Microsofts gar für eine Falle. Wer die Codes einfach so nutzt, könnte eine böse Überraschung überleben, so die FSF. Die Verwendung unterliegt nämlich strengen Auflagen und bedarf der Zustimmung von Microsoft. Außerdem enthalten die Codes zum Teil auch Patente Dritter. Eine Verwendung ohne vorherige Absprache könnte für Unternehmen also im Rechtsstreit enden.
Quellcode-Diebstahl: Haftstrafe
Weil er den Quellcode des Betriebssystems Windows gestohlen und verkauft hat, muss ein US-Amerikaner für zwei Jahre ins Gefängnis. Das entschied ein Bundesgericht in New York. Der 29-Jährige hatte bereits im vergangenen Jahr seine Taten gestanden. Der Staatsanwaltschaft zufolge bot er den Quellcode des Microsoft-Programms auf seiner Website zum Verkauf an. Experten befürchten, dass Hacker mit dem Windows-Quellcode neue Sicherheitslücken entdecken könnten. (APA/red)
