Ein Bauernhof zu Weihnachten: Ehepaar Grasser darf Domizil in Kitzbühel mieten
- Debatte: Bürgermeister ändert Verwendungszweck
- Nicht-Landwirte dürfen offiziell das Haus bewohnen
Über einen Bauernhof zum Mieten darf sich das Ehepaar Grasser rechtzeitig zu Weihnachten freuen. Nach monatelangem Streit mit den Behörden um den Unterhirzingerhof bei Kitzbühel wurde vom zuständigen Bürgermeister der Verwendungszweck geändert. Finanzminister Karl-Heinz Grasser und seine Frau Fiona dürfen nun als Nicht-Landwirte auch ganz offiziell das Gebäude bewohnen.
"Nein, es ist kein Weihnachtsgeschenk für Finanzminister Karl-Heinz Grasser, sondern die Rechtslage war eindeutig", wurde Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler in der Tiroler Tageszeitung zitiert. Das "landwirtschaftliche Wohn- und Betriebsgebäude" wurde in ein "Wohngebäude im Freiland" geändert. Damit können Grasser und seine Ehefrau Fiona den ehemaligen Bauernhof mieten.
Anfang Februar hatte der Ortschef noch ein Wohnverbot für Grasser in Unterhirzing verhängt. Das Anwesen gehört einer St. Johanner Bäuerin. Die Mutter eines bekannten Unterländer Holzindustriellen hatte Unterhirzing erworben und 2003 eine neue Hofstelle errichtet. Die Frau wollte ihre Landwirtschaft ausweiten. Doch dazu kam es nicht.
Vielmehr warf Ende des Vorjahres das frisch vermählte Ehepaar Grasser ein Auge auf den Bauernhof in Kitzbühel und erwählte ihn zu seinem Wunschdomizil. Doch der Widmungszweck "Bauernhof" stand dem Ansinnen entgegen, sich in Unterhirzing häuslich niederzulassen. Denn ein Finanzminister kann nicht plötzlich Bauer werden.
Eine heftige politische Debatte war die Folge. Das Nutzungsverbot wurde beeinsprucht. Bis zu einer endgültigen Entscheidung durften die Grassers dort lediglich zur Probe wohnen. Im Sommer erfolgte dann die Wende.
Die Grundverkehrsbehörde der Bezirkshauptmannschaft Kitzbühel genehmigte die Abtrennung der agrarisch genutzten Felder und schrieb sie der Stammliegenschaft in St. Johann zu. Damit wurde der Bauernhof endgültig aufgelöst. Einzig der Verwendungszweck war noch aufrecht.
(apa/red)
