Gastreit heizt sich erneut auf: Russland wirft der Ukraine erhöhten Gaskonsum vor
- Minister fordert Kiew zu "harten Maßnahmen" auf
- Noch nicht alle Unklarheiten in dem Streit geklärt
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Der russische Gaskonzern Gazprom hat die Ukraine erneut der übermäßigen Gasentnahme bezichtigt. "Es wird noch mehr Gas abgezweigt als bisher", sagte Gazprom-Chef Alexej Miller in St. Petersburg der Agentur Interfax. Um Lieferengpässe im von einer Kältewelle betroffenen Europa zu vermeiden, habe Gazprom erneut mehr Gas ins System eingespeist. Der russische Energieminister Viktor Christenko forderte die Ukraine auf, "angebrachte und harte Maßnahmen" zu ergreifen, um den Energieverbrauch zu senken.
Es gehe nicht an, dass die Ukraine ihre Probleme auf Kosten von Nachbarländern wie zum Beispiel Polen löse, das gerade in Kälte erstarre, sagte Christenko. Der ukrainische Regierungschef Juri Echanurow widersprach den Vorwürfen und sagte, die Gasentnahme erfolge in enger Absprache mit Russland. Er versprach, den Gasverbrauch im Verlauf der nächsten Tage um 15 Prozent zu senken. Ein Vertreter des ukrainischen Energieversorgers Naftogaz Ukrainy hatte am Vortag erklärt, das Unternehmen habe Gas zurückbehalten, auf den Monat gerechnet werde die Ukraine aber genau die mit Gazprom vereinbarte Menge entnehmen.
Russland und die Ukraine hatten kurz nach Silvester einen Streit um Gaslieferungen beigelegt. Noch sind aber nicht alle Unklarheiten geregelt, in den kommenden Tagen soll unter anderem die Frage der Versorgung von ukrainischen Konsumenten gelöst werden. (apa)

