"Nicht auf 'unserem' Klimt beharren": Alt-Kanzler Vranitzky für Kauf moderner Kunst
- "profil": Klimt-Bilder wirklich ein nationales Kulturgut?
- Harte Kritik an "Entschädigungspolitik der Regierung
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In einem Interview in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" übt Alt-Bundeskanzler Franz Vranitzky Kritik an den beabsichtigten Geldbeschaffungaktionen zum Rückkauf der Klimt-Gemälde sowie an der Entschädigungspolitik der schwarz-blauen Regierung.
Vranitzky hat "wenig Sympathie für die Behauptung, die Klimt-Bilder seinen nationales Kulturgut und müßten deshalb zur weiteren kommerziellen Verwertung in Österreich bleiben. Man sollte aufhören mit der Konstruktion von Scheinidentiäten." Die Republik solle "zeitgenössische moderne Kunst ankaufen und nicht - mit rechthaberischem Unterschleif - auf 'unserem' Klimt beharren".
Zu seiner eigenen Rolle in Entschädigungsfragen sagt Vranitzky: "Auf dem fruchtbaren Acker des österreichischen Ressentiments ist es erforderlich - und ich schließe mich da keineswegs aus -, für solche Angelegenheiten ein günstiges Zeitfenster abzuwarten. Ich habe mich in meiner Zeit bemüht, die nationale Seele nicht zu überfordern."
Die Entschädigungspolitik der Bundesregierung ist laut Vranitzky vor allem durch "Druck von außen" und drohende Sammelklagen zustandegekommen. Vranitzky im "profil"-Interview: "Was hätte die Regierung denn anderes tun sollen?"
"Äußerst unappetitlich", findet der ehemalige Kanzler, "dass unter Schwarz-Blau so gut wie jede Entschädigungsleistung an NS-Opfer mit einem finanziellen Gerstl für die andere Seite - Spätheimkehrer und Trümmerfrauen -, verbunden wurde. So nach dem Motto, Opfer waren wir alle."
Noch mehr Infos finden Sie in der aktuellen Ausgabe von "profil"!
