Saliera mit bloßen Händen angefasst: Kritik von Restauratoren an Gehrer, Seipel & Prokop
- "Solche Objekte nie, nie ohne Handschuhe nehmen!"
- Kostbares Salzfass NACH Fund in großer Gefahr
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Äußerst kritisch haben sich am Donnerstag Restauratoren zum Umgang mit der "Saliera" geäußert. Das Kunstwerk war von der Polizei beim Fund noch wie ein rohes Ei behandelt worden, bei der Pressekonferenz am Sonntag wurde die Figurengruppe jedoch sowohl von den Ministerinnen Elisabeth Gehrer (V) und Liese Prokop (V) als auch vom Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums (KHM), Wilfried Seipel, mit bloßen Händen angegriffen. "Museumsdirektoren sind oft nicht die besten Freunde von Restauratoren", hieß es vom Restauratorenverband lapidar.
"Schlimm genug, dass Kunstwerke oft durch Verleihaktionen, unsachgemäße Restaurierungen oder eben Diebstähle leiden müssen", wiederholte Peter Kalsner, Vizepräsident des Restauratorenverbands, gegenüber der APA zuvor in der Tageszeitung "Der Standard" gemachte Vorwürfe, "Aber dann sollten wenigstens jene, die damit unmittelbar zu tun hätten, richtig mit den Objekten umgehen." "Es gibt Richtlinien", so Kalsner, und eine davon laute: "Metallgegenstände nicht mit nackten Händen angreifen."
Auch andere Restauratoren zeigten sich verwundert. "Solche Objekte nie, nie, nie ohne Handschuhe anfassen", hieß es etwa seitens einer Expertin zur APA. Metall sei genauso empfindlich wie andere Materialien, vor allem wenn es mit Schweiß in Berührung kommt. Ironischerweise schadet gerade das vom Menschen abgesonderte Salz dem Salzfass: "Das kann zu Korrosion führen", so die Expertin. Aber wenigstens sei Gold beständiger als Silber.
Die Kriminalpolizei lässt sich unterdessen jedenfalls nichts vorwerfen. "Wir waren sehr vorsichtig", sagte der Leiter der Wiener kriminalpolizeilichen Abteilung, Ernst Geiger. "Die Kiste wurde erst im Spurensicherungsraum geöffnet - und zwar im Beisein von Sachverständigen und Restauratoren."
(apa)
