Chaos bei Saddam-Prozess: Verhandlung wurde kurz nach Beginn auf Sonntag vertagt
- Unterschiedliche Angaben zur Begründung: Fehlen von Zeugen oder Streit um neuen Vorsitzenden
Der Prozess gegen den früheren irakischen Präsidenten Saddam Hussein wird erst am Sonntag fortgesetzt. An der eigentlich für Dienstag geplanten Anhörung hätten einige Zeugen nicht teilnehmen können, teilte ein Richter des Sondertribunals in Bagdad mit
Justizsprecher Raid Juhi gab als Begründung an, einige Zeugen befänden sich auf einer Pilgerfahrt nach Saudiarabien. Dagegen erklärten zwei Richter, es gebe Streit wegen der Ernennung des neuen Vorsitzenden Richters Raouf Rasheed Abdel-Rahman. Offenbar wollten einige Mitglieder des Tribunals den abgelösten Rizgar Mohammed Amin einsetzen.
Der Kurde Abdel-Rahman übernahm am Montag den Vorsitz von Amin, der aus Protest gegen Kritik an seiner Verhandlungsführung seinen Rücktritt erklärt hatte. Auch Amins Stellvertreter Saeed al-Hammash wurde ersetzt.
Saddam Hussein sowie sieben weitere Angeklagte müssen sich seit dem 19. Oktober wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. Konkret geht es um ein Massaker an rund 150 Bewohnern der Ortschaft Dujail im Jahr 1982, wo ein Attentat auf Saddam Hussein versucht worden war.
(apa/red)
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