Donnerstag, 31. August 2006

Fall der kopflosen Wasserleiche kurz vor Klärung: Mutter steht unter Mordverdacht!

  • Im Kofferraum ihres Autos Blut vom Opfer entdeckt
    Kanister und Spaten vom Fundort aus ihrem Besitz
  • Zusammenbruch: 40-Jährige nicht vernehmungsfähig

Für die Sicherheitsbehörden ist der Fall der in Sarmingstein im Bezirk Perg in Oberösterreich in der Donau versenkten kopflosen Wasserleiche so gut wie geklärt. Die 40-jährige Mutter des 21-jährigen Opfers steht unter Mordverdacht. Sie wird durch mehrere Indizien schwer belastet. Das Landesgericht Linz hat einen Haftbefehl gegen sie erlassen und die Untersuchungshaft verhängt. Das teilte die oberösterreichische Sicherheitsdirektion am Freitagnachmittag mit.

Befragt werden konnte die Verdächtige zu der Tat vorerst nicht, sie ist nach einem Nervenzusammenbruch nicht vernehmungsfähig. So sind sowohl das Motiv, als auch die Tatzeit und der Tatort bis auf weiteres unbekannt. Die Mutter hatte bei der ersten Befragung durch die Ermittler angegeben, ihre Tochter am 9. Jänner zum Bahnhof in Krems gebracht und seither nicht mehr gesehen zu haben. Dann erlitt die Frau einen Nervenzusammenbruch. Weitere Befragungen waren nicht möglich. Nach der Verhängung der Untersuchungshaft ist sie in einer geschlossenen Anstalt untergebracht worden.

Die 21-Jährige ist an einem bisher unbekannten Ort vermutlich durch einen Angriff auf den Kopf getötet worden. Anschließend wurde ihre Leiche mit Benzin übergossen und angezündet. Mit einem Messer, einer Hacke und einer Säge trennte der Täter Kopf und Hände ab. Der in ein Leintuch gewickelte nackte Torso wurde an die Donau transportiert und dort versenkt. Am Fundort der Leiche entdeckte die Polizei die Werkzeuge, die zum Verstümmeln der Ermordeten verwendet worden sind. Auch die Benzinkanister, die der Täter zum Anzünden der Leiche benutzt hat, und zwei Spaten wurden dort sichergestellt.

Straßenarbeiter hatten die enthauptete Frauenleiche am 16. Jänner bei Sarmingstein (Bezirk Perg) in der Donau treibend entdeckt. Eine ganze Woche lang blieb die Identität des Opfers ungeklärt. Ein Zeuge, der in einem Fernsehbericht die auffälligen Fantasy-Tätowierungen der Ermordeten erkannt hatte, brachte die Ermittler schließlich auf die richtige Spur. Bald darauf stand fest, dass es sich bei der Toten um eine 21-jährige gebürtige Salzburgerin handelt, die in Hadersdorf (Bezirk Krems) in Niederösterreich sehr zurückgezogen und kontaktarm gelebt hatte.

Für die Kriminalisten war klar, dass der Mörder in einem Nahverhältnis zum Opfer gestanden ist. Im Zentrum stand unter anderem die Frage, wieso die Ermordete niemandem abgegangen war. So befassten sie sich auch mit der Mutter. Sie soll mehrfach versucht haben, eine Abgängigkeitsanzeige zu verhindern. Im Kofferraum ihres Autos wurden laut Polizei Blutspuren vom Opfer gefunden. Zudem habe nach Zeugenaussagen nachgewiesen werden können, dass die Mutter die am Fundort der Leiche gefundenen Benzinkanister gekauft und auch die dort sichergestellten Spaten besessen hatte. Wo die Tat, sowie das Zerstückeln und versuchte Verbrennen verübt worden ist, konnten die Sicherheitsbehörden noch nicht klären. Der letzte Wohnort des Opfers, eine Mansardenwohnung, sowie die Wohnungen der Eltern und sonstiger Bezugspersonen sind abgesucht worden - jedoch ohne Erfolg.

(apa/red)

31.8.2006 09:20