Neue Facette in Klimt-Diskussion: Leitl will ein Gemälde nach Oberösterreich holen
- WK-Chef: 'Häuser in Unterach am Attersee' ins Lentos
- BAWAG wäre bei Kredit dabei, aber kein Sponsoring
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Die gegenwärtige Diskussion um den Rückkauf der zu restituierenden Klimt-Bilder aus der Österreichischen Galerie Belvedere hat eine neue Facette erhalten. Für eine der drei Landschaften, konkret für das Gemälde "Häuser in Unterach am Attersee", hat der aus Oberösterreich stammende Präsident der Wirtschaftskammer Österreich Christoph Leitl vorgeschlagen, es nach Linz zu holen.
Leitl verwies darauf, dass Klimt sehr viel in Oberösterreich gewirkt habe, er sei Bestandteil des Landes und seiner kulturellen Geschichte. Daher könne es nicht gleichgültig sein, was mit dem Bild geschehe. Er schlug in einem Interview mit dem ORF-Radio Oberösterreich vor, das Bild in einer gemeinsamen Anstrengung für das Linzer Kunstmuseum Lentos anzukaufen. "Es würde wunderbar in das Lentos hineinpassen und ihm noch zusätzliche Zugkraft verleihen", so Leitl.
Die Finanzierung des Kaufpreises sollten Sponsoren aus der oberösterreichischen Wirtschaft übernehmen, stellt sich Leitl vor. Zudem sollten oberösterreichische Banken und Kreditinstitute einen langfristigen, zinsenlosen Kredit zur Verfügung stellen, der vom Land Oberösterreich und der Stadt Linz bedient werden sollte. Er könne sich zur Finanzierung von 25 Mio. Euro ein breites Konsortium vorstellen, bei einer Laufzeit von 25 Jahren wäre dies eine Mio. Euro pro Jahr. Das Bild würde "eine großartige Bereicherung des Landes Oberösterreich" darstellen.
Landeshauptmann Josef Pühringer (V) hält die Idee "dann für realistisch, wenn das Bild öffentlich zugänglich ist und wenn die Wirtschaft dabei ist". Als Standort käme etwa die OÖ Landesgalerie in Frage, "sollte das Bild ins Lentos kommen, dann ist die Stadt Linz am Zug."
BAWAG: Kredit ja, Sponsoring nein
Beim Ankauf eines oder mehrerer der fünf Klimt-Bilder wird die Gewerkschaftsbank BAWAG nicht aktiv als Teil eines Käuferkonsortiums auftreten. Auch nicht als Sponsor. Bei einem Kredit an die öffentliche Hand freilich könne man dabei sein, verlautete am Dienstag Nachmittag aus der Bank.
Dienstags treffen die Vorstände der Gewerkschaftsbank regelmäßig zu aktuellen Beratungen zusammen. Nach der heutigen Sitzung hieß es gegenüber der APA, dass man derzeit keine Überlegungen anstelle, sich aktiv am Rückkauf von Klimt-Bildern zu beteiligen. Ginge es aber um eine Kreditfinanzierung an die Republik für einen Bilder-Ankauf, so würde ein solches Konzept "natürlich" geprüft. Momentan liege dazu aber auch kein konkretes Angebot auf dem Tisch.
Die BAWAG hat sich in den 70er Jahren mit der BAWAG Foundation im Kunstgeschäft (Sammlung/Ausstellung) etabliert. Die "Foundation" mit Sitz in der Wiener Tuchlauben gilt als eines der kulturellen Aushängeschilder der einstigen und amtierenden kunstbeflissenen BAWAG-Führungscrew.
(apa/red)
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