Dienstag, 17. Jänner 2006

US-Spammer blieb an Fliegenfalle kleben: Dem Mann drohen jetzt über vier Jahre Haft!

  • Deutsches Internet-Unternehmen legte Falle aus
  • Mehr als fünf Mio. Spam-Mails an Server gesendet

Ein Spammer aus West Bloomfield bei Detroit dürfte sich gefreut haben, als er im Netz einen "Open Proxy" fand - einen Server, über den man anonyme Mails mit gefälschten Absendern verbreiten kann. Da ahnte er aber noch nicht, dass es sich um eine Falle handelte, ausgelegt von einem deutschen Internet-Unternehmen.

Der Server-Cluster des deutschen Betriebs funktioniert als eine Art Fliegenfalle für Spammer. Nach Außen erscheint dieser Internet-Rechner wie ein offener Proxy: Solche speziellen Computer für die Zwischenspeicherung von Internet-Daten teilen den Empfängern nur die eigene IP-Adresse mit, nicht aber die Adresse des Computers, von dem sie die Daten erhalten haben.

Fünf Millionen Spam-Mails
Nachdem ein deutsches Gericht die Weitergabe der Daten des US-Spammers genehmigt hatte, wurde den Ermittlern bei der US-Postbehörde eine Fülle von Informationen übergeben. Von Ende 2003 bis Anfang 2004 schickte der Absender aus West Bloomfield mehr als fünf Millionen Spam-Mails an den Karlsruher Server. Darin ging es meist um "die Vergrößerung von Extremitäten und zweifelhafte Diät-Pillen". Zahlreiche User-Beschwerden gingen in der Zeit ein.

Über vier Jahre Haft drohen!
Offenbar unter dem Druck der Beweislast schloss der Angeklagte einen Deal mit den Staatsanwälten und kündigte nach Angaben seines Anwalts Juan Mateo an, dass er sich für schuldig bekennen werde. Zusammen mit anderen Anklagepunkten wie dem Besitz einer nicht gemeldeten Schusswaffe muss er jetzt mit einer Haftstrafe von zwei bis vier Jahren und neun Monaten rechnen. (APA/red)

17.1.2006 09:52