Argentinien stolpert Richtung WM 2006: Motort des Top-Favoriten stottert gewaltig
- Nur ein Testspiel, viele Verletzte, keine Stammelf
- Gaucho-Teamchef Jose Pekerman steht in der Kritik
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Dem argentinischen Fußball-Nationalteam, das bei der WM 2006 in Deutschland zu den absoluten Topfavoriten zählt, scheint vor dem im Juni beginnenden Großereignis schön langsam die Zeit davonzulaufen. Einige Schlüsselspieler wie Gabriel Heinze, Roberto Ayala oder Juan Pablo Sorin sind verletzt, die Formkurve zeigt nach unten, bis zur WM steht lediglich noch ein einziges Testländermatch auf dem Programm und Teamchef Jose Pekerman hat seine Stammelf noch lange nicht gefunden.
"Wir haben in den sechs Monaten bis zur WM nur noch ein Testmatch. Mit anderen Worten: Wie meine Spieler bei der WM in Form sind, hängt von ihrer Arbeit bei den Klubs ab", meinte Pekerman, dessen Truppe am 1. März in Genf gegen Kroatien testet.
Schon jetzt werden in Argentinien daher böse Erinnerungen an die WM 2002 wach, damals scheiterte man in Japan und Südkorea bereits in der Vorrunde. Dabei hatte man in der Qualifikation für Deutschland phasenweise schwer beeindruckt, mit einem 3:1-Triumph über den Erzrivalen Brasilien hatte man sich schon Anfang Juni 2005 als erstes Team Südamerikas drei Runden vor Quali-Schluss das WM-Ticket gesichert.
Seitdem lief es jedoch nicht wirklich rund bei den "Gauchos", die zuletzt 1986 dank ihres Genies Diego Maradona Weltmeister waren. Nur drei Wochen nach der vollbrachten Quali setzte es beim Confed-Cup in Deutschland ein 1:4 gegen die Brasilianer, im September unterlag man Paraguay in der WM-Qualifikation 0:1 und im November in einem Testmatch den Engländern 2:3.
"Hammer-Los"
Der nächste "Hammer" folgte bei der Auslosung der WM-Gruppen im Dezember in Leipzig, wo man sich ausgerechnet dank der brasilianischen "Glücksfee" Pele in einer der selektivsten Gruppen mit den Niederlanden, Serbien-Montenegro und der Elfenbeinküste wiederfand. Coach Pekerman schwänzte die Auslosung als einziger Teamchef der 32 Teilnehmer, er schonte stattdessen in der argentinischen Heimat seine gebrochene Hand. Deshalb gab es Kritik von den Medien, doch Pekermann meinte: "Wenn ich dort gewesen wäre, hätte das doch nichts geändert."
Nicht unumstritten ist Pekerman auch auf Grund seiner Kaderzusammenstellungen, die Stammelf steht noch lange nicht. In seiner noch nicht einmal eineinhalbjährigen Ära hat der Teamchef mehr als 50 Spieler eingesetzt, teilweise kamen diese nicht einmal eine Spielhälfte lang zum Einsatz.
Veron im Team kein Thema
Fixsterne im Team sind u.a. Tormann Roberto Abbondanzieri, Stürmer Hernan Crespo und Spielmacher Juan Roman Riquelme, noch gar nicht zum Einsatz gekommen ist unter Pekerman bis dato jedoch Juan Sebastian Veron. "Ich habe nichts gegen Veron, aber er passt einfach nicht ins Konzept", bestritt Pekerman, dass der Grund dafür ein Disput zwischen Veron und seinem Teamkollegen Sorin ist.
Hinzu kommt das Verletzungspech in den vergangenen Wochen. Verteidiger Gabriel Heinze, ein Schlüsselspieler unter Pekerman und dessen Vorgänger Marcelo Bielsa (bis Herbst 2004), hat sich im September in einem Champions-League-Match von Manchester United eine langwierige Kreuzbandverletzung zugezogen. Im Dezember hatte "ManU"-Coach Alex Ferguson dann eine WM-Teilnahme Heinzes fast ausgeschlossen. Ebenfalls auf der Verletztenliste stehen derzeit Verteidiger Ayala (Knieverletzung, Ayala verpasste die WM 2002 verletzungebedingt), Mittelfeldspieler Javier Mascherano (Fußoperation) und Kapitän Sorin.
(apa)
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