Olympia 1998 in Nagaon: Schwere Verstöße gegen IOC-Ethik-Regeln bei Bewerbung
- Für Unterhaltung der IOC-Mitglieder 4,4 Mio. $ gezahlt
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Nagano hat vor der erfolgreichen Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 1998 offensichtlich massiv gegen die Ethik-Regeln des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) verstoßen. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AP vom Dienstag seien allein für die "Unterhaltung der IOC-Mitglieder" 4,4 Millionen Dollar (3,64 Mio. Euro) ausgegeben worden.
Dazu kämen 544.000 Dollar (450.406 Euro) für nicht näher bezeichnete Souvenirs sowie 776.000 Dollar (642.490 Euro) für unbenannte Ausgaben. Aus einem von Nagano-Gouverneur Yasuo Tanaka schon im Februar 2004 in Auftrag gegebenen Bericht gehe weiter hervor, dass am Vorabend der Wahl 1991 allen IOC-Mitgliedern Video- Kameras in die Hotelzimmer gelegt worden seien.
Diese "Bewerbungsausgaben" übertreffen um mehr als das Vierfache jene Summen, die im Bestechungsskandal von Salt Lake City bekannt geworden waren. Dem Olympia-Gastgeber von 2002, der in der Wahl um die Spiele vier Jahre zuvor Nagano unterlegen war, sind illegale Zahlungen in Höhe von rund einer Million Dollar in bar sowie weitere Ausgaben für Flugreisen, Einkaufsgutscheine und Souvenirs nachgewiesen worden.
Nach dem Skandal um Salt Lake City, in dessen Folge zehn IOC- Mitglieder ihr Amt verloren hatten und zehn weitere Olympier verwarnt worden waren, hatte das IOC Ende 1999 seine Regeln für die Bewerbungsphase drastisch verändert. Neben einer Verschärfung des Ethik-Codes wurde seinen Mitgliedern der Besuch der Kandidatenstädte untersagt.
Zu den jetzt aus Nagano bekannt gewordenen Zahlen sagte IOC- Mitglied Richard Pound, der auch Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) ist: "Das erscheint mir sehr hoch." Der Kanadier meinte in der Zeitung "Desert Morning News" weiter: "Aber dann sind einige meiner Kollegen bessere Betreuung gewöhnt als ich."(apa/red)
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