Rahlves verhindert ÖSV-Dreifach-Sieg in Wengen: US-Boy gewinnt Abfahrts-Klassiker
- Walchhofer 2., Fritz Strobl 3., Maier auf Platz vier
- Amerikaner feiert auf Lauberhorn dritten Saisonerfolg
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Daron Rahlves präsentiert sich im Olympia-Winter weiterhin in Topform. Der US-Amerikaner feierte am Samstag in Wengen nach Beaver Creek und Bormio seinen bereits dritten Abfahrtssaisonsieg, hinter dem 32-Jährigen folgte mit Respektabstand mit Michael Walchhofer (+0,40 Sekunden), Fritz Strobl (1,06) und Hermann Maier (1,29) ein ÖSV-Dreierpaket auf den Rängen zwei bis vier.
Benjamin Raich, der am Freitag die Super-Kombination gewann, verzichtete auf einen Abfahrtsstart, der Tiroler führt aber weiterhin den Gesamt-Weltcup an. Raich liegt mit 706 Punkten vor Walchhofer (600) und Rahlves (589), der den zwölften Sieg seiner Weltcup-Karriere feierte. Die Führung im Abfahrts-Weltcup hat Strobl souverän verteidigt, der Olympiasieger 2002 führt 43 Zähler vor Walchhofer und 85 vor Rahlves.
Rahlves erwischte einen zum Bilderbuchwetter in der Schweiz passenden Lauf. "Das war meine mit Abstand beste Fahrt in dieser Woche. Ich war vor dem Start locker, habe die richtige Skiwahl getroffen. Alles ist wunderbar gelaufen. Bei der Brücke vor dem Schussstück konnte ich sogar schauen, ob ein Zug kommt", jubelte der Amerikaner, der nun mit breiter Brust zu seinen Lieblingsrennen nach Kitzbühel reisen darf.
Walchhofer verspielte seine erfolgreiche Wengen-Titelverteidigung mit Fehlern im Brückli-S sowie im Ziel-S, dort ließ der Salzburger die vier Zehntel auf Rahlves liegen. "Aber auch mit zwei schweren Fehlern war ich vorne dabei, das ist sehr positiv. Anscheinend sind die Schnitzer passiert, weil ich so schnell war", bilanzierte der Weltmeister 2003, der den Rückstand im Abfahrts-Weltcup auf Leader Strobl auf 43 Punkte reduzierte. "Im Ziel hab ich schon ein bisschen mit dem Sieg spekuliert, aber Rahlves ist eben perfekt gefahren, hat keinen Fehler gemacht."
Das beste Wengen-Ergebnis seiner Karriere stellte Olympiasieger Strobl mit Rang drei ein, auch 1997 war der Kärntner Dritter gewesen. "Ich bin mit der Fahrt sehr zufrieden, habe keinen Fehler gemacht. Aber Wengen war noch nie meine Lieblingsstrecke, die kommt jetzt", freut sich Strobl bereits auf Kitzbühel, wo er 1997 und 2000 triumphierte.
Der dritte rot-weiß-rote Verfolger von Rahlves war Maier, der in der Abfahrt immer mehr zu seiner Topform findet. "Ich bin rundum zufrieden", betonte Maier, der nun sein Olympia-Ticket in der Königsdisziplin endgültig gelöst haben dürfte. Der 32-Jährige sprach angesichts des Vorteils der frühen Startnummern - Rahlves 16, Walchhofer 4, Strobl 3, Maier 26 - von zwei Rennen. "Und im zweiten Rennen war ich ganz klar der Schnellste. Ich merke ganz klar, dass ich immer besser zurecht komme, Abstimmung und Feeling werden immer besser."
Der vierte Österreicher in der Olympia-Abfahrt könnte Klaus Kröll sein, der Steirer kam jedoch diesmal nicht über Rang 19 hinaus. Und das hatte gesundheitliche Gründe. "Ich habe seit heute Früh irrsinnige Rückenschmerzen, woher weiß ich nicht. Wenn das nicht besser wird, hat Kitzbühel keinen Sinn. Ich kann keine ordentliche Hocke fahren, kann nicht ans Limit gehen."
| Endergebnis | ||||
| 1. | Daron Rahlves | USA | 2:30,54 Min. | |
| 2. | Michael Walchhofer | AUT | 2:30,94 | +0,40 |
| 3. | Fritz Strobl | AUT | 2:31,60 | +1,06 |
| 4. | Hermann Maier | AUT | 2:31,83 | +1,29 |
| 5. | Kjetil-Andre Aamodt | NOR | 2:32,55 | +2,01 |
| 6. | Peter Fill | ITA | 2:32,63 | +2,09 |
| 7. | Ambrosi Hoffmann | SUI | 2:32,68 | +2,14 |
| 8. | Didier Defago | SUI | 2:32,76 | +2,22 |
| 9. | Marco Büchel | LIE | 2:32,91 | +2,37 |
| 10. | Finlay Mickel | GBR | 2:32,94 | +2,40 |
| 11. | Bode Miller | USA | 2:32,95 | +2,41 |
| 11. | Kristian Ghedina | ITA | 2:32,95 | +2,41 |
| 13. | Andreas Schifferer | AUT | 2:32,99 | +2,45 |
| 14. | Aksel Lund Svindal | NOR | 2:33,16 | +2,62 |
| 15. | Roland Fischnaller | ITA | 2:33,47 | +2,93 |
| 16. | Marco Sullivan | USA | 2:33,61 | +3,07 |
| 17. | Kurt Sulzenbacher | ITA | 2:33,64 | +3,10 |
| 18. | Christoph Gruber | AUT | 2:33,67 | +3,13 |
| 19. | Klaus Kröll | AUT | 2:34,05 | +3,51 |
| 20. | Erik Guay | CAN | 2:34,09 | +3,55 |
| 21. | Hannes Reichelt | AUT | 2:34,36 | +3,82 |
| 22. | Andrej Jerman | SLO | 2:34,40 | +3,86 |
| 23. | Pierre-Emmanuel Dalcin | FRA | 2:34,46 | +3,92 |
| 24. | Thomas Graggaber | AUT | 2:34,48 | +3,94 |
| 25. | Marc Bottolier-Lasquin | FRA | 2:34,52 | +3,98 |
| 26. | Scott Macartney | USA | 2:34,57 | +4,03 |
| 27. | John Kucera | CAN | 2:34,60 | +4,06 |
| 28. | Stefan Johann Thanei | ITA | 2:34,70 | +4,16 |
| 29. | Patrick Staudacher | ITA | 2:34,75 | +4,21 |
| 30. | Andreas Buder | AUT | 2:34,95 | +4,41 |
Ausgeschieden u.a.: Bruno Kernen (SUI) , Lasse Kjus (NOR)
Streckenrekord: Kristian Ghedina (ITA), 2:24,23 Minuten, 1997
Die Sieger seit 2000:
Abfahrt:
2000: Josef Strobl (AUT)
2002: Stephan Eberharter (AUT)
2003: Stephan Eberharter (AUT)
2003: Bruno Kernen (SUI)
2005: Michael Walchhofer (AUT)
2006: Daron Rahlves (USA)
Slalom:
2000: Kjetil Andre Aamodt (NOR)
2001: Benjamin Raich (AUT)
2002: Ivica Kostelic (CRO)
2003: Giorgio Rocca (ITA)
2004: Benjamin Raich (AUT)
2005: Alois Vogl (GER)
Kombination:
2002: Kjetil Andre Aamodt (NOR)
2003: Kjetil Andre Aamodt (NOR)
2005 (Welt-Premiere der Super-Kombi): Benjamin Raich (AUT)
(apa)
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